Um die Trikotfarbe wird es sicherlich keinen Streit geben. Sowohl die DJK Eintracht Willersdorf als auch die DJK Sparta Pautzfeld treten auf dem Fußballplatz traditionell in Grün an. Die vorhandenen Trikotsätze wird die neue SG Pautzfeld/Willersdorf ab der Saison 2021/22 aber nicht auftragen. "Das äußere Erscheinungsbild ist uns schon wichtig", sagt Lutz Reinhold. Der Willersdorfer ist Trainer der Eintracht und wird das Amt beim neuen Team gemeinsam mit dem Pautzfelder Sebastian Kupfer ausüben, der zum ersten Mal in diese Rolle schlüpft.

"Wenn du mit der ganzen Mannschaft in einheitlichen T-Shirts auf einer Kerwa bist, ziehst du eher Neuzugänge an Land als mit irgendwelchen Nachrichten über Facebook", weiß Lutz aus Erfahrung. Der 36-Jährige war maßgeblich an der Fusion seines Teams, das in der Kreisklasse 2 ER/PEG gegen den Abstieg kämpft, mit dem A-Klassisten beteiligt, als Coach eingestellt hat er sich aber nicht selbst: "Bei dem Gespräch war ich nicht dabei. Aber ich freue mich wahnsinnig, dass ich das machen darf und bald wieder richtig Trainer sein kann."

Zuletzt habe sich die Startelf des dezimierten und in die Jahre gekommenen Willersdorfer Kaders häufig von selbst ergeben. Höchste Zeit also, sich nach einem Partner umzusehen. "Auf Augenhöhe", betont Reinhold. "Wir hätten sicher noch ein paar Jahre eigenständig durchgehalten", sagt Pautzfelds Spielleiter Friedrich Haas, "aber wir reagieren lieber rechtzeitig." Nach drei Jahren Fusionspause geht mit Pautzfeld/Willersdorf bald die achte Spielgemeinschaft zwischen zwei ersten Mannschaften im Spielkreis Erlangen/Pegnitzgrund an den Start.

Die Details, darunter wo die SG trainiert und ihre Heimspiele austrägt, werden noch geklärt, dürften aber keine langen Diskussionen hervorrufen. Schließlich stand die grundsätzliche Zusammenarbeit bereits nach dem ersten Termin beider Parteien fest. "Wir haben auch Hallerndorf und Trailsdorf informiert, dass wir auf der Suche nach einem Partner sind, aber dort herrscht noch kein akuter Bedarf. Und die Philosophien von Willersdorf und Pautzfeld passen einfach perfekt zusammen", erklärt Reinhold.

Zwei Vereine kooperieren, weil sie alleine nicht mehr genug Spieler haben - wäre es da nicht unlogisch, eine zweite Mannschaft zu melden? Nicht ganz. "Es herrscht eine Aufbruchsstimmung. Einige, die aufhören wollten, bleiben wohl doch. Manche sind eher bereit, in einer Reserve zu kicken, als den Aufwand für die Erste zu betreiben", erläutert der Polizist.

Mit Kupfer hätte er jedenfalls einen Assistenten, um sich um beide Teams zu kümmern. Der 27-Jährige ist Ur-Pautzfelder, lief aber nur 2011/12 für die Sparta auf. Im Moment ist er bei Bezirksligist FSV Buttenheim aktiv. "Aus Schulzeiten kenne ich einige Willersdorfer", sagt Kupfer, der sich auch fachlich für den Job eignet. "Ich mache gerade den ersten B-Trainerschein."