Dass zwei Teams dieselbe Zahl an Spielen absolviert und gleich viele Zähler auf dem Konto haben, grenzt in der verzerrten Tabelle der Eishockey-Oberliga Süd an ein Wunder. Erst acht Partien hat der EV Lindau auf Rang 11 bestritten, der EV Füssen (6.) war mit 15 und damit fast doppelt so vielen Einsätzen am fleißigsten. Dazwischen liegen die Höchstadt Alligators und der EC Peiting, die aus jeweils neun Begegnungen elf Punkte holten.

Hinspiel ging 3:13 verloren

Am Freitagabend wird diese Gemeinsamkeit enden, denn die beiden Teams treffen um 20 Uhr am Kieferndorfer Weg aufeinander. Aufgrund der besseren Tordifferenz steht der ECP (35:34) vor dem HEC (28:44). Ein Großteil dieses Vorteils verdanken die Oberbayern dem Hinspiel, das sie am 10. November mit 13:3 für sich entschieden. Die Alligators haben also etwas gutzumachen. Für die Revanche kehrt Dimitri Litesov in den Kader zurück.

Zwei Tage später (18 Uhr) sind die Mittelfranken beim unteren Tabellennachbarn zu Gast. Die Mannschaft von Trainer Mikhail Nemirovsky trifft am Sonntag bereits zum dritten Mal auf Lindau. Zum Saisonauftakt am 6. November setzten sich die Alligators zu Hause knapp mit 4:3 durch, etwas deutlicher machten sie es am vergangenen Sonntag am Bodensee (6:3).

Dort und am Dienstag in Weiden entpuppte sich das Unterzahl-Spiel als Achillesferse des HEC. "Die Möglichkeiten, im Training an Schwachstellen zu schrauben, sind bei drei Partien pro Woche allerdings begrenzt", sagt Pressesprecherin Caroline Hauke. Wenn das Wochenende wie geplant über die Bühne geht, wird der EVL 30 Prozent seiner Partien gegen Höchstadt bestritten haben. Heute Abend bekommt es Lindau auswärts mit Deggendorf zu tun.

Den Kufencracks aus dem Aischgrund machen in diesen Tagen nicht nur das Unterzahl-Spiel und das Coronavirus zu schaffen, auch die neuen Panzergläser bereiten dem HEC Sorgen, wobei das indirekt ebenfalls mit der Pandemie zusammenhängen könnte. "Aufgrund des Lockdowns ist die Eishalle außer bei den Trainingseinheiten und Heimspielen immer leer. Dadurch gibt es niedrigere Temperaturen und kaum Luftumwälzung", berichtet Hauke.

Die Folge seien feucht anlaufende und sogar anfrierende Scheiben. Um die Lösung des Problemes kümmert sich die Pressesprecherin in Zusammenarbeit mit dem neuen sportlichen Leiter, Michael Herzog, selbst. "Zwei Stunden vor dem Spiel fangen wir mit Enteisungsspray an", erzählt die 36-Jährige. Anschließend kämen Heizstrahler zum Einsatz. "Zum Schluss putze ich nach, um die Gläser für die Fotografen streifenfrei zu machen", sagt Hauke mit einem Augenzwinkern.

Sobald die Spieler mit dem Aufwärmen beginnen, steigt die Temperatur im Stadion, so dass der vereinseigene Putzdienst nicht mehr tätig werden muss. "Ich hoffe, ich kann diese Arbeit komplett einstellen, wenn wir wieder Zuschauer haben." Vorerst sind die Fans weiter auf Sprade-TV angewiesen.