Sich selbst hatte der Höchstadter EC schon beschert: Zum ersten Mal seit fünf Jahren nahm die Eishockey-Mannschaft dank eines Erfolgs im letzten Spiel vor Heiligabend drei Punkte mit unter den Weihnachtsbaum. Am zweiten Feiertag war der HEC dagegen wieder in Geberlaune und schenkte seinem ehemaligen Teamkollegen Ales Kreuzer einen Heimerfolg. Bis Mitte Dezember hatten die von Kreuzer trainierten Eishockeyfreunde Passau noch keinen einzigen Zähler auf dem Konto. Mit drei Heimsiegen aus den vergangenen vier Partien meldeten sich die Black Hawks aber zurück.

Auf Sieg folgt eine Niederlage

Bei den Alligators setzte sich damit eine Serie fort, die an dem Tag begann, als die Passauer endete: am 13. Dezember. Erfolge und Niederlagen wechseln sich seitdem ab. Hält die Serie an, wäre am Montag ein Sieg am Kieferndorfer Weg fällig. Zu Gast sind ab 20 Uhr die Memmingen Indians. Der ECDC hat mit acht Siegen und neun Niederlagen, davon je eine(n) nach Verlängerung, eine fast ausgeglichene Bilanz und ist eine von vier Mannschaften, gegen die Höchstadt heuer noch nicht gespielt hat.

Bereits am Samstag mussten die Aischgründer auf Domantas Cypas verzichten, der für einige Wochen verletzt ausfällt. In Passau hatte der HEC dafür VErstärkung von Jake Fardoe. Der 26-Jährige war zuletzt Kapitän der Pfaffenhofener Ice Hogs in der Bayernliga und eine Säule in der Verteidigung der Oberbayern. Anstatt zu Weihnachten zurück nach Kanada zu fliegen, hilft er uns. Dafür sind wir sehr dankbar”, sagte Teammanager Daniel Tratz. Da Trikotnummer 55, die Fardoe in Pfaffenhofen trug, in Höchstadt nicht existiere, erhält der Kanadier die 15.

Oberliga Süd, Männer: EHF Passau - Höchstadter EC 5:2 (1:1, 1:0, 3:1)

Die Gäste waren bald in Unterzahl, fuhren aber einen fast perfekten Konter: Anton Seewald spielte auf Martin Kokes, der am Pfosten scheiterte (3.). Kurz danach passte Thilo Grau ohne zu schauen Richtung eigenes Gehäuse. Abfangjäger Dominik Schindlbeck ließ das Geschenk zwar ungenutzt, doch wenige Sekunden später war Robin Deuschl nach einem Schuss von Michael Franz mit dem 1:0 zur Stelle (4.).

Auf der anderen Seite fanden Michail Guft-Sokolov (5.) und Seewald (11.) ihren Meister in Goalie Daniel Filimonow, auf den sie nahezu ungestört zuliefen. "Wenn wir die Chancen genutzt hätten, wäre das Spiel bestimmt anders ausgegangen", sagte HEC-Sportvorstand Jörg Schobert auf der anschließenden Pressekonferenz. "Das erste Drittel war gar nichts von uns, da hatten wir richtig Glück", räumte Kreuzer ein, der von 2014 bis 2019 seine Schuhe für die Alligators schnürte.

Zwar gelang den Mittelfranken noch im ersten Durchgang der Ausgleich, als Dimitri Litesov einfach mal aus der Distanz abzog (14.), doch in Führung ging sein Team an diesem Abend nie. Das hatte erneut mit dem "Special-Teams-Play" zu tun. Zwar überstand Höchstadt alle drei Unterzahlsituationen, schaffte aber keinen Treffer in zwölf Minuten Überzahl. Selbst Litesovs Tor besserte diese Statistik nicht auf, da die Strafe gegen einen Passauer gerade abgelaufen war.

Nordamerika-Connection

Mitte des zweiten Abschnitts besorgte die Nordamerika-Fraktion der Niederbayern das 2:1: Der Kanadier Liam Blackburn bediente Jeffrey Smith aus den USA (28.). Nach dem Bully verpasste Milan Kostourek die schnelle Antwort. Die gab erst Neuzugang Niklas Jentsch mit einem Fernschuss, wobei Guft-Sokolov körperlich starke Vorarbeit leistete ( 44.). "Das zweite Drittel war auch nicht optimal", kritisierte Kreuzer. Der Ausgang der Partie war bis kurz vor der Sirene völlig offen.

Simon Franz verdiente sich mit einer Einzelaktion den Abpraller, den er zum 3:2 versenkte (49.), Levin Vöst führte in der 57. Minute ebenfalls per Solo die Vorentscheidung herbei. Smith setzte mit einem Schuss ins von Benjamin Dirksen verlassene Gehäuse sieben Sekunden vor dem Ende den Schlusspunkt. "Passau hat in den richtigen Momenten gescored", resümierte Schobert. Die Begegnung wurde wie zurzeit mehre Spiele in der Oberliga Süd von vier Schiedsrichtern geleitet.