Das Ergebnis überrascht wenig, doch die Partie zwischen dem souveränen Tabellenführer der Eishockey-Oberliga Süd und dem Höchstadter EC war nicht so eindeutig, wie es das 5:1 andeutet. Bis eine Viertelstunde vor Schluss stand es unentschieden, dann fuhr Selb doch noch einen klaren 16. Sieg im 18. Saisonspiel ein.

Wahr ist aber auch, dass der Heimerfolg verdient war. "Vielleicht ein, zwei Tore zu hoch", sagte HEC-Sportvorstand Jörg Schobert auf der Pressekonferenz. Die Alligators setzten indes eine Serie fort: In den vergangenen acht Begegnungen wechselten sich Sieg und Niederlage stets ab.

Oberliga Süd, Männer: Selber Wölfe - Höchstadter EC 5:1

In der ersten halben Stunde belagerten die Hausherren das Drittel der Alligators. Doch der Ex-Selber Benjamin Dirksen und die Hintertorbande wehrten sämtliche Versuche der Wölfe ab. Als der Goalie auf der einen Seite seines Tores parierte und der Puck plötzlich auf die andere Seite rutschte, war der ums Gehäuse gelaufene Brad Snetsinger doch mit dem 1:0 zur Stelle (29.).

Der Knoten schien geplatzt, der Heimsieg nur noch eine Frage der Höhe. Doch die Hochfranken und die Mittelfranken gingen mit einem Gleichstand in die Kabinen, weil Niklas Jentsch einen abgefälschten Pass von Neuzugang Jakob Fardoe zum 1:1 verwertete (39.).

Höchstadt hält lange das 1:1

Beim Aufeinandertreffen in Höchstadt am 8. Dezember lag Selb ab der 22. Minute durchgehend vorne, diesmal dauerte es länger als eine Dreiviertelstunde, ehe das 2:1 gelang: Landon Gare hatte in Tornähe zu viel Platz, täuschte einen Querpass an und schloss aus schräger Position sicher und gekonnt ab. Wie drei Wochen zuvor gelang dem Favoriten aber erst in der Schlussphase die Entscheidung.

Jentsch scheiterte nach einem Querpass am Torwart und verpasste den erneuten Ausgleich (50.). Bei dieser Aktion wurde bereits eine Zeitstrafe gegen den 21-Jährigen angezeigt. Wenige Sekunden, nachdem diese wirksam geworden war, erhöhte Steven Deeg mit einem satten Schuss von der blauen Linie. "Danach ist bei uns die Anspannung weggefallen", erklärte Schobert die weiteren Gegentore.

Vor dem 4:1 brachte der US-Amerikaner Nicholas Miglio HEC-Verteidiger Felix Ribarik zu Fall, klaute sich den Puck und spielte auf Deeg, der einschob (53.). Für das 5:1 sorgte der 19-fache Torschütze Miglio bei Vier-gegen-Vier auf dem Eis mit einer Einzelleistung selbst (53.). Snetsinger hätte das halbe Dutzend voll machen können (57.). "Im letzten Drittel haben wir unsere Chancen eiskalt genutzt", konstatierte VER-Trainer Herbert Hohenberger.