Da Ebermannstadt am Sonntag wieder Start und Ziel beim Fränkische- Schweiz-Marathon ist, wurde der InFranken-Kick vorverlegt. Bereits am Samstag um 16 Uhr empfängt der TSV den Kreisliga-Aabsteiger DJK Eggolsheim. Es kreuzen zwei Mannschaften die Klingen, die vom Rest der Liga zum Kreis der Titelanwärter gezählt werden. Nun heißt es also, Farbe zu bekennen.


Kreisklasse 2 ER/PEG

TSV Ebermannstadt (3.) - DJK Eggolsheim (8.)
Nach vier Spieltagen lässt sich kaum eine Tendenz erkennen, wohin der Weg führt - möge einen die Konkurrenz noch so sehr zum Favoriten erklären.

Lutz Reinhold, Neu-Spielertrainer und Nachfolger von Tobias Dachwald in Eggolsheim, will gar nicht allzu weit in die Zukunft blicken: "Natürlich darf ein Verein, der in zuletzt vier Spielzeiten drei Jahre lang in der Kreisliga war und eine erfolgreiche Jugendarbeit besitzt, nach einer baldigen Rückkehr streben. Als Trainer bin ich froh, dass hier noch ein derartiger Aufwand betrieben wird. Es birgt aber auch die Gefahr, dass manche Jahre zum Umbruch benötigt werden, wenn die Nachrückenden im Verein bleiben sollen und man sie geduldig ein- und aufbaut."

Mit fünf Zählern bilanziert sich der Auftakt steigerungsfähig, aus dem angepeilten ersten Heimsieg wurde in der Vorwoche nichts. Beim 0:1 durch ein frühzeitiges Elfmetertor konnte die DJK das Spiel gegen Poxdorf nicht mehr drehen. Schon in den ersten beiden Partien sahen die Eggerbacher lange Zeit wie Verlierer aus, gegen Weilersbach stand es sogar bis zur 89. Minute 0:2, bevor Tobias Fechner und Reinhold noch den Ausgleich erzielten. Gegen Hetzles gelang abermals dem Spielertrainer das Kunststück, durch das 3:3 in der 93. Minute einen Punkt daheim zu lassen. Beim 7:2 in Schlaifhausen zeigte die DJK aber, was in ihr steckt - es sei denn, die 4:0-Führung nach nur 13 Minuten war der örtlichen Kirchweih am Walberla geschuldet.

Ein Hattrick von Reinhold bereitete den Weg: "Es ist egal, wer die Tore macht. Wichtig ist, dass wir über unser Potenzial ins Spiel kommen und uns nicht dem Gegner anbieten. Für Ebermannstadt haben wir unseren Plan, wir spielen gern auf großen Plätzen. Ich sehe uns in der Lage, dem TSV das erste Gegentor zu servieren." Dann könnte der "Gitarren-Sepp" beim abendlichen Weinfest wohl lustiger aufspielen. Zuvor muss der 33-Jährige aber wohl weiter auf Andreas Fechner (Zahn-OP) verzichten. Der seit März verletzte Tobias Seeberger steht noch im Aufbautraining. Bei Georg Neudecker (pausiert seit Oktober) hat Reinhold noch Hoffnung, dass dieser vielleicht doch wieder seine Schuhe für die DJK schnürt.


Formstarke Ebermannstadter

Obwohl sich der TSV mit dem unerwarteten 0:0 im Heimauftakt gegen "Lada" begnügen musste, sieht sich Trainer Roland Beck (im vierten Jahr im Amt) bislang im Soll, denn es folgten drei Siege: "Wir sind zufrieden. Es ist eine starke Liga, ein guter Start in die Saison war uns wichtig, die Mannschaft hat das bisher gut gemacht." Außerdem ist Ebs das einzige Team, das bislang keinen einzigen Gegentreffer kassierte - eine Eigenschaft, die Beck schon in den elf Jahren bei der SpVgg Dürrbrunn-Unterleinleiter auszeichnete: "Wir wollen konstanter und vor allem effektiver werden. Zudem sollen weiterhin junge Spieler, wie zuletzt Philipp Hölzel und Philipp Bäumler, der noch A-Jugend spielen darf, in den Kader um die ebenfalls neu hinzugekommenen, aber erfahrenen Spieler wie Markus Gubitz und Yusuf Öntürk eingebaut werden."

Mit jeweils Platz 3 in den vergangenen beiden Jahren wurde der Kreisliga-Aufstieg knapp verpasst. "Wir versuchen natürlich wieder, wie so viele andere Mannschaften in dieser Liga, aufzusteigen. Mit Eggolsheim kommt ein sehr starker Gegner und einer der Mitfavoriten in der Klasse zur Visite", sagt der 41-Jährige. Am etwas holprigen Start der Gäste dürfe man sich nicht orientieren und mit Reinhold käme ja ein "alter Bekannter im neuen Dress" zu Besuch, spielt Beck auf das Entscheidungsspiel um den Vizetitel der Vorsaison gegen die punktgleichen Kersbacher an, das Ebermannstadt mit 1:2 verlor.

Torschütze zum 1:0 und damit Wegbereiter des letztlichen Kersbacher Aufstiegs war Reinhold. Zwar fallen Beck ein paar Spieler für Samstag aus, doch hier greift die Vorzeige-Jugendarbeit der letzten Jahre in der Kaderbreite: "Fraglich sind Kapitän Sebastian Brütting mit einer Schleimbeutelentzündung im Knie und Peter Götz mit Oberschenkelproblemen. Daneben die angeschlagenen Marvin Wunder und Moritz Hübschmann sowie Tobias Ziegler, der sich in der Vorbereitung die Bänder im Knöchel gerissen hat. Wir freuen uns dennoch auf ein interessantes Spiel."