Der TSV Ebermannstadt hat seine Ambitionen beim InFranken-Kick aus der Kreisklasse 2 untermauert und die DJK Eggolsheim mit 4:2 in die Schranken gewiesen. Das Spiel begann schleppend und wurde erst mit zunehmender Dauer besser. Die 325 Zuschauer wurden immerhin mit sechs teilweise herrlich herausgespielten Toren entschädigt.

TSV Ebermannstadt - DJK Eggolsheim 4:2
Keine der Mannschaften wollte vor der imposanten Kulisse früh in Rückstand geraten, weshalb sich auf dem Rasen trotz bester äußerer Bedingungen wenig tat. Vor allem die Gastgeber boten anfangs eher Sicherheitsfußball statt belebender Angriffszüge und hielten den Ball in den eigenen Reihen, um so den Gegner aus dessen Hälfte zu locken. Und die DJK tat ihnen den Gefallen, stand längst nicht so tief, wie vermutet. Durch geschicktes Pressing jenseits der Mittellinie brachte Eggolsheim den TSV zunehmend unter Druck und kam so zu ersten Halbchancen. Erst scheitere Lutz Reinhold per Kopf, danach verzog Kapitän Andreas Amon aus 22 Metern, nachdem Sebastian Amon quergelegt hatte.

Da die Räume für ein Kurzpassspiel des TSV in der Mitte zu eng waren, probierte es Jonas Gräbner über weite Diagonalpässe. Einen davon nahm Patrick Hutzler auf, umkurvte Tobias Hümmer und Oliver Seeberger und schlenzte in Robben-Manier die Murmel mit links ins lange Eck - 1:0 (27.). Ein fast schon geklärter Gästeangriff brachte durch entschlossenes Nachsetzen von Andreas Fechner den 1:1-Ausgleich, als dieser die Kugel kurz vor dem herauslaufenden Felix Bischoff erwischte und über den Keeper ins Netz lupfte (35.). Fast erzielte Tobias Fechner nach Ecke von Sebastian Amon per Kopf die DJK-Führung, der Aufsetzer strich aber um Zentimeter am Pfosten vorbei. Mit Vorteilen für die Gäste ging es in die Pause.

Nach dem Wechsel zunächst das gleiche Bild: Abwartende Rivalen belauern sich und hoffen auf Fehler der anderen Seite. Referee Thomas Beetz hatte mit der absolut fairen Spitzenpartie kaum Probleme, erst in der 70. Minute zog er die erste von nur drei Verwarnungen. Torhüter Bischoff wehrte eine Flanke nach vorne ab und hatte Glück, dass Reinhold beim Nachschuss zweimal geblockt wurde. Auf der Gegenseite zeigte Alexander Kapp seine bis dahin vermisste Klasse, als er bei einem temporeichen Vorstoß Andreas Amon und Hümmer zum Grätschen zwang, das Leder aber knapp am Pfosten vorbeistrich (55.).

Ein genialer Heber von Hutzler auf den völlig allein stehenden Yusuf Öntürk, der per Innenrist fast wie im Training seelenruhig neben dem Aluminium ins Netz abtropfen ließ, brachte die 2:1-Führung (62.). Hutzler hätte nach Kapps Querpass gar den dritten Treffer nachlegen müssen. Diesen legten sich die Gäste nahezu selbst ins Nest, als Kapp bei einem ungenauen Zuspiel von Florian Kießling den Braten roch und zu Öntürk spitzelte. Dieser sicherte sich die Kirsche vor dem entgegeneilenden Torhüter Löw und schob lässig zum 3:1 ein (83.).

Die Sache schien gelaufen, sowohl Kapp als auch nochmals Hutzler hatten durch die alles auf eine Karte setzende Gästeabwehr beste Möglichkeiten, scheiterten beide jedoch zum Entsetzen des auf den Tribünen aufjaulenden Anhangs. Als Reinhold, im Strafraum prima frei gespielt, auf 2:3 verkürzte (89.), hätte die Leichtfertigkeit der jungen Truppe noch den Erfolg kosten können. Aber nachdem Kapp zunächst noch eine Hundertprozentige vergab, passte Öntürk von der Torauslinie in den Rückraum zu Hutzler, der sich diesmal das Geschenk nicht entgehen ließ und mit dem 4:2 den Deckel drauf machte.


Die Meinungen der Trainer

Ebermannstadts Trainer Roland Beck analysierte sportlich: "Wir hatten in der ersten Halbzeit schon Glück, dass wir nur ein Gegentor fangen. Da müssen wir cleverer werden, doch mein Team hat Charakter gezeigt. Mit dem zweiten Tor für uns lief es, wir hätten sogar höher in Führung gehen können. In dieser Phase sah man an Yusuf Öntürk, wie wichtig die routinierteren Spieler für uns sind."

Eggolsheims Spielertrainer Lutz Reinhold war voll des Lobes für die gezeigte Leistung seiner Truppe: "Vom Ergebnis scheint es zwar klar, aber ich denke, wir waren das bessere Team und haben trotzdem verloren. Den Unterschied machten Spieler wie Patrick Hutzler: Er hat das zweite Tor überragend vorbereitet und noch zwei Treffer erzielt. Wir haben stark gespielt. Ich bin sehr zufrieden, gönne es der sympathischen TSV-Elf aber auch."
TSV Ebermannstadt: Bischoff - Max Wunder, Muttke, Krappmann, Gräbner, Gubitz, Hutzler, Heinemann, Striegel, Kapp, Öntürk, (Hölzel) / DJK Eggolsheim: Löw - Oliver Seeberger, Kießling, Leicht, Andreas Amon, Hümmer, Andreas Fechner, Sebastian Amon, Ringer, Reinhold, Tobias Fechner, (Mayer, Schuderer) / Schiedsrichter: Thomas Beetz (1. FC Nürnberg) / Zuschauer: 325 / Tore: 1:0 Hutzler (27.), 1:1 A. Fechner (35.), 2:1 Öntürk (62.), 3:1 Öntürk (83.), 3:2 Reinhold (89.), 4:2 Hutzler (91)