Kreisjugendleiter Tobias Körner spricht von einer mittleren Katastrophe, wenn er auf die Anzahl der U19-Teams im Spielkreis Erlangen/Pegnitzgrund blickt. Nie zuvor haben weniger Vereine eine Mannschaft gemeldet wie zu dieser Saison. Zum ersten Mal seit der Zusammenlegung der Spielkreise Erlangen/Forchheim mit dem Pegnitzgrund gibt es nur eine Kreisgruppe.

"Wir verlieren im Durchschnitt 25 bis 30 Mannschaften pro Jahr", gibt Körner an. Diese verteilen sich jedoch auf alle Altersklassen, von den ganz Kleinen bis hoch zur A-Jugend. Aufgrund des konstanten Rückgangs an Jugendteams ist es logisch, dass zum Start jeder Saison ein neuer Tiefstwert gemeldet werden muss. In diesem Jahr hat sich der Rückgang der Mannschaften insbesondere auf die U19 niedergeschlagen. Im Vergleich zur vorherigen Saison hat der Spielkreis zehn Mannschaften in dieser Altersklasse verloren, was den Kreisjugendleiter vor die große Frage stellte, wie er die Ligen einteilen sollte.

"Wir haben beispielsweise in der Kreisgruppe nur noch 14 Teams. Da zwei Ligen mit jeweils sieben Mannschaften keinen Sinn ergeben, spielen diese alle zusammen in einer Liga. Das ist das erste Mal seit der Zusammenlegung der Spielkreise Erlangen/Forchheim und Pegnitzgrund, dass es statt zweier nur noch eine Kreisgruppe gibt", erklärt Körner. "Vor zehn Jahren, als die Spielkreise zusammengelegt wurden, hatten wir fast 1000 Jugendmannschaften in allen Altersklassen. Jetzt sind wir mittlerweile bei nicht einmal mehr 700 Teams, davon spielen einige Funino mit reduzierter Spielerzahl." Und die negative Entwicklung hält an.


Kreisliga mit nur elf Mannschaffen

Während bei den Vereinen die Alarmglocken aufgrund dieser Entwicklung immer lauter läuten, muss Körner unter diesen Voraussetzungen die Ligen einteilen. Dabei ergibt sich die Kreisliga so gut wie von selbst. Aus den Kreisklassen sind jeweils die Meister aufgestiegen; aus der Bezirksoberliga, in der der SC Eltersdorf am letzten Spieltag die Liga hielt, kam keine Mannschaft nach unten. Dass keiner aus dem Spielkreis absteigt, war nicht unbedingt absehbar.

Eine Relegation der Kreisklassen-Zweiten wäre zudem nur über ein Entscheidungsspiel um Platz 2 in der Kreisklasse 1 zwischen Heroldsbach und Adelsdorf gegangen. Erst dann hätte dieser Sieger gegen den KK2-Zweiten, (SG) TSC Pottenstein, spielen müssen, Rundenschluss war jedoch unmittelbar vor den Pfingstferien, folglich hätte zumindest Pottenstein eventuell zwei, drei Wochen auf das Entscheidungsspiel warten müssen. Deswegen fiel eine Aufstiegsrelegation flach. Zudem bewahrt sich Körner auf diese Weise einen Puffer für die neue Saison, in der fünf Vertreter aus dem Kreis in der BOL antreten und er nicht davon ausgehen kann, dass dort erneut keiner absteigt und die Kreisliga dann vielleicht sogar zwei oder drei Teams aus der BOL aufnehmen muss.

In den beiden Kreisklassen spielen weiterhin 24 Mannschaften, allerdings haben für die Kreisgruppe nur 14 Teams gemeldet. Aus diesem Grund bittet Körner die Vereine schon jetzt, sich darauf einzustellen, dass es drei oder sogar vier Absteiger pro Kreisklasse geben könnte, damit sich die Anzahl der Teams in Kreisklasse und Kreisgruppe wieder angleichen könne und die Fahrtstrecken in der Kreisgruppe überschaubar bleibe. "Weiterhin ist die Reduzierung der Kreisklassen von zwei Staffeln auf eine, oder sogar die komplette Abschaffung kein völliges Tabu mehr", sagt Körner. Die Kreisklasse ist eine "Kann-Liga", also eine Spielklasse, die der Kreisjugendleiter nicht zwingend spielen lassen muss.

Da nur 14 Teams auf Kreisgruppen-Ebene eine Mannschaft gemeldet haben, gibt es hier nur eine Liga. Körner kann sogar froh sein, dass sich die Fahrtstrecken einigermaßen im Rahmen halten, da die Vereine nun über den gesamten Spielkreis verteilt sind. Mit dem TSV Frauenaurach gibt es nur eine Mannschaft, die leicht westlich der A73 liegt. Trotzdem ist es natürlich nicht optimal, dass eine Mannschaft in der Kreisgruppe quer durch den gesamten Spielkreis fahren muss, weswegen der Kreisjugendleiter in der kommenden Saison wieder zwei Gruppen haben will. "Dass es im nächsten Jahr auf einmal wieder mehr Mannschaften werden, davon können wir nicht ausgehen." Stattdessen wird die Kreisklasse reduziert, oder fällt gar ganz weg.

Der Rahmenspielplan sieht vor, dass der erste Spieltag auf Kreisebene am Wochenende von 15. bis 17. September stattfindet. Vom 8. bis 10. September steigt die erste Runde des BFV-Pokals, zu dem noch die Anmeldung läuft. Die Jugendleiterpflichtsitzung findet am Freitag, 28. Juli, um 18.30 Uhr bei der SpVgg Erlangen statt.


Einteilung der U19-Ligen

Kreisliga: ATSV Erlangen, FSV Erlangen-Bruck II, JFG NDR Franken, SpVgg Erlangen, SG Bubenreuth, SV Buckenhofen, SG Lonnerstadt, SG Vestenbergsgreuth, TSV Ebermannstadt, FC Hersbruck, FC Röthenbach.

Kreisklasse 1: SG Weisendorf II, BSC Erlangen, SG Pinzberg, JFG Aischtal, SC Adelsdorf, SG Siemens Erlangen, SpVgg Heroldsbach, SpVgg Jahn Forchheim, SG Ermreuth, SG Neunkirchen, TV 48 Erlangen II, SC Uttenreuth.

Kreisklasse 2: SG ASV Pegnitz, ASV Forth, JFG Laufer Land, JFG Mittlere Pegnitz, TSV Lauf, JFG Schnaittachtal, SK Heuchling, SG Hüttenbach, SG SV Neuhaus, SV Schwaig, SG Pottenstein, FC Eschenau.

Kreisgruppe: JFG Fränkische Schweiz, JFG Klumpertal, JFG Regnitztal, JFG Schnaittachtal II, SG Diepersdorf, SpVgg Reuth, SG Alfeld, SG Weilersbach, SG Hohenstadt, SG Pretzfeld, SG Offenhausen, SG Rückersdorf, TSV Frauenaurach, VdS Spardorf