Nach dem Großkampftag am Mittwoch mit über zwölf Stunden Tennis nonstop beim Bauer-Watertechnology-Cup verlief der gestrige Achtelfinaltag - ausnahmslos mit Zwei-Satz-Siegen - wesentlich schneller, sodass die heutigen Viertelfinals (ab 12 Uhr) bereits gegen 16 Uhr fix waren.

Vier Gesetzte, zwei Qualifikationssieger sowie Mikhail Youzhny und Aldin Setkic, die sich mit zwei souveränen Auftritten ungefährdet durchsetzten, sind darin vertreten. Die Auslosung sorgt dafür, dass die Quali-Gewinner hier gegeneinander antreten und sich auch die deutschen Asse Benjamin Becker und Dustin Brown (18 Uhr) miteinander messen.


Brown serviert bärenstark

Die Zeiger rückten am Mittwoch schon nahe an Mitternacht heran, als Dustin Brown in der letzten Partie eines ereignisreichen Spieltags die Glückwünsche von Niels Desein entgegennahm.
7:5, 6:2 - die sportliche Revanche für die bittere Vorjahres-Niederlage war geglückt. Wie stark der Nadal-Bezwinger servierte, zeigt die Tatsache, dass der Belgier nicht eine einzige Breakchance hatte. Dass der Deutsch-Jamaikaner zu so später Stunde ran musste, lag an Benjamin Becker und Aslan Karatsev, die sich in einem "Marathon-Match" nichts schenkten.
Licht und Schatten wechselten beim Drei-Satz-Sieger Becker, der zwar 15 Asse servierte, aber auch 14 Doppelfehler produzierte. Der erfahrene Sieger hatte nicht nur beim Blick auf das Ergebnis (6:7, 7:5, 6:4) knapp die Nase vorne, das Verhältnis der erspielten Punkte (121:119) spricht eine deutliche Sprache und impliziert eine äußerst spannende Begegnung, die auf des Messers Schneide stand. Auch wenn man das Attribut "vorweggenommenes Endspiel" nicht überstrapazieren sollte, ein Viertelfinale zwischen Brown und Becker verdient dies allemal.

Als Spiel des Tages entwickelte sich gestern der zweite Auftritt des Titelverteidigers Ruben Bemelmans, dem die Eckentaler Luft anscheinend bestens bekommt. Im Vorjahr siegte er im Einzel und Doppel, dieses "Double" ist auch heuer noch drin. Nachdem er gemeinsam mit Philipp Petzschner bereits im Halbfinale steht, ließ er sich in der Einzelkonkurrenz nicht vom aufschlagstarken Marius Copil einschüchtern.

Dem Rumänen glückten zwar 13 Asse (Bemelmans: vier), doch letztlich half ihm dies wenig, da er sich nicht eine Breakchance erspielte und der Belgier variabler agierte als der doch etwas eindimensionale Copil. Er wehrte sich zwar nach Leibeskräften, doch nach gut 70 Minuten war der nächste Bemelmans-Sieg perfekt. Verabschieden mussten sich auch "Lucky Looser" Jan Hernych, der am Vortrag Petzschner ausgeschaltet hatte, und Federico Gaio, der in der ersten Runde für Furore sorgte, als er die Turnier-Nummer-1, Ricardas Berakis (Litauen), in drei Sätzen eliminierte.