Für den Ebermannstadter Philipp Hölzel hat sich der große Traum vom schönsten Mann Deutschlands nicht erfüllt. Der 18-Jährige verpasste am Samstagabend in der Finalrunde in Linstow in der Nähe von Rostock den Sprung unter die besten Fünf. "Ich war schon ziemlich enttäuscht", gibt Philipp Hölzel zu. "Meine Familie und meine Freunde waren so stark hinter mir gestanden, da wollte ich einfach zeigen, dass ich es unter die ersten Fünf schaffen kann." Der Ebermannstadter vermutet, dass er bei der zehnköpfigen Jury zu jung rüberkam und ein anderer Typ Mann gefragt war.

Trotz des fehlenden Happy-Ends zieht er ein positives Fazit seines fünftägigen Aufenthalts in Mecklenburg-Vorpommern. "Es war eine unglaublich spannende Zeit", sagt er. "Ich habe viele Kontakte geknüpft, die ich in den kommenden Jahren nutzen möchte." Mit dem neuen Mister Germany, Dominik Bruntner aus Hochdorf (Baden-Württemberg), hat sich Philipp Hölzel sogar richtig angefreundet. "Den Sieg hat er auf jeden Fall verdient. Er ist ja hauptberuflich Model und weiß genau, wie er sich präsentieren muss", bilanziert Philipp Hölzel.

Bereits am Dienstag kamen alle Kandidaten im Vier-Sterne-Hotel "Van der Valk Resort" zusammen. "Es haben sich sehr schnell Grüppchen gebildet. Die meisten waren mir sehr sympathisch, aber zwei, drei Männer haben auch arrogant gewirkt, mit denen hatte ich weniger zu tun", sagt der 18-Jährige. Von Mittwoch bis Freitag standen diverse Foto-Shootings und Pressetermine an. "Natürlich vergleicht man sich bisschen mit den anderen und sortiert für sich selbst ein paar Kandidaten aus", sagt er. "Einer hatte beispielsweise zu viele Muskeln. Ich denke nicht, dass das gut ankam, es war ja keine Bodybuilding-Meisterschaft."


Interviews für große TV-Sender

Nach der Generalprobe am Samstagvormittag wurden die Männer bereits vier Stunden vor dem großen Auftritt professionell geschminkt. "Meine Haare habe ich aber selbst gemacht, Männer sind da oft sehr eigen", sagt er lächelnd. Dicht gedrängt haben sich in der Maske die Medienvertreter - unter anderem stand Philipp auch Journalisten vom ZDF und RTL Rede und Antwort. "Wenn man das nicht kennt, ist das schon ein komisches Gefühl. Aber es war trotzdem sehr aufregend und lustig."

Mindestens genauso aufregend ging es dann auf der Bühne weiter. Um Punkt 20 Uhr zeigten sich die 17 Mister mit Anzug und Schärpe erstmals den 700 Zuschauern in der Veranstaltungshalle. Auch die Eltern von Philipp nahmen die fünf Stunden Autofahrt auf sich und leisteten moralischen Beistand. "So viele Zuschauer habe ich mir nicht vorgestellt. Das erste Mal da raus zu laufen, das hatte schon was", blickt der Ebermannstadter auf den Gänsehaut-Moment zurück. Nachdem sich die Kandidaten mit einigen Sätzen der Jury vorgestellt und sich auf dem Catwalk präsentiert hatten, folgte eine einstudierte Tanz-Choreografie. Anschließend wählte jedes Jurymitglied seine fünf Favoriten aus - am Ende durfte sich der 23-jährige Dominik Bruntner als schönster Mann des Landes feiern lassen.

Obwohl für Philipp Hölzel nichts Zählbares heraussprang, war das Feedback auf der After-Show-Party durchgehend positiv. "Ein Jurymitglied sagte mir, dass er mich unter die Top 5 gewählt hatte und ich als einer der wenigen mit einer tollen Ausstrahlung war", erzählt er. Rückmeldungen, die dem 18-Jährigen bei seinem großen Traum, einen Vertrag bei einer Agentur oder einem Mode-Label zu unterschreiben, Auftrieb geben. "Ich werde es auf jeden Fall weiter probieren, aber ich bin noch sehr jung und werde mich jetzt erst einmal orientieren", erklärt er. Aktuell absolviert der gelernte Verkäufer ein freiwilliges soziales Jahr. Und egal, welchen Weg Philipp in Zukunft auch einschlägt, den Titel Mister Bayern und die dazugehörige Schärpe wird ihm keiner mehr nehmen. "Die anderen Jungs wollen ihre Schärpe alle einrahmen und an die Wand hängen. Ich muss gestehen, dass ich noch nicht weiß, wo ich sie aufbewahre."