Die Forchheimer Senioren hatten ihrem Oberbürgermeister viel zu sagen. Diese Möglichkeit hatten der Seniorenbeirat und Diakonin Beate Wagner im Bürgerzentrum-Mehrgenerationenhaus geboten. Und viele Senioren nutzten die Chance, um Uwe Kirschstein (SPD) persönlich kennenzulernen.

Das konnten die Gäste auch, denn Beate Wagner stellte dem 40-Jährigen einige persönliche Fragen, die der Oberbürgermeister offen beantwortete. Er berichtete beispielsweise, dass sein Traumberuf als Kind Pilot gewesen sei. Dann aber habe er eine Brille tragen müssen und deshalb eher über einen handwerklichen Beruf nachgedacht. "Meine Eltern dachten an Automechaniker", sagte.
Sein Bruder sei Arzt und seine Eltern meinten da wohl, der eine Sohn könne sich dann um die Gesundheit in der Familie, der andere um die Autos kümmern.

Der Oberbürgermeister räumte ein, dass er wenig Kontakt zu den Großeltern hatte, da er seine früh verstorbenen Großväter nie kennenlernen konnte und seine Großmütter weit weg lebten. Seine Eltern leben im Hunsrück, sein Bruder in Rostock. "Ich kann meine Eltern im täglichen Bedarf gar nicht unterstützen", meinte Kirschstein und sagte, dass die Infrastruktur für seine Eltern und andere ältere Menschen wichtig sei.


Aufzüge am Bahnhof

Für sich selbst - er hat Informatik und Medizin studiert - könne er sich vorstellen, dass er einmal im Alter viele elektronische Hilfs-Systeme nutzen werde. Nachdem die Diakonin ihre Fragen gestellt hatte, durften auch die Senioren ihre Anliegen vorbringen.

Eine Elektro-Scooter-Fahrerin beispielsweise monierte, dass der Bahnhof noch immer nicht barrierefrei ist und auch längst nicht alle Fußwege abgesenkt sind. Kirschstein versprach, dass der Bahnhof nach dem Umbau barrierefrei sein wird und es auch Aufzüge geben werde.
Die Gehwege sollen Zug um Zug im Rahmen von Straßensanierungsmaßnahmen abgesenkt werden. Hierzu merkte eine Seniorin an, dass Rollstuhlfahrer einen ganz flachen Gehsteig brauchen.

Sehbehinderte oder Blinde benötigen dagegen eine kleine abgerundete Stufe, damit sie merkten, dass der Gehweg hier zu Ende ist. Klaus Thormann, Vorsitzender des Seniorenbeirats, warf ein, dass man auch noch den Abfluss von Regenwasser berücksichtigen müsse, was die Planung eines richtigen Gehsteigs gar nicht einfach mache. Andere Besucher führten Klage gegen das Forchheimer Pflaster und die ihrer Ansicht oft zu schnellen Fahrzeuge. Hier wünschten sich einige Senioren fest installierte Tempomessgeräte.


Bezahlbare Wohnungen

Der Oberbürgermeister informierte die Besucher in diesem Zusammenhang, dass die Stadt noch zwei weitere mobile Geräte anschaffen will. Denn bei fest installierten entstehe schnell ein Gewöhnungseffekt.
Eigentlich müsse man aber bauliche Maßnahmen durchführen. Ein weiteres Thema waren bezahlbare Wohnungen. Da gab Kirschstein zu, dass die Stadt hinterherhinke, wobei die Stadt selbst keine Wohnungen baut, sondern mit einer Wohnungsbaugesellschaft zusammenarbeite.

Diese habe früher alle drei Jahre ein Haus gebaut, heute baue sie zwei Häuser im Jahr. Privatinvestoren dagegen wollen eine gute Rendite erwirtschaften, weshalb diese Wohnungen dann teurer sind.