Breit und vielseitig aufgestellt präsentierte sich der Tourismusverein Egloffstein und Umgebung bei seiner Jahreshauptversammlung im Gasthof Polster-Ziegler. Dabei sprach Michael Breitenfelder aus Pegnitz, Umsetzungsmanager des Gewerbeflächenpool Wirtschaftsband A9, zum Thema "Bike-Schaukel Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst".

In einem interkommunalen Lenkungskonzept sollen das Radwandern, Naturradeln, Genussbiken und Mountainbiken koordiniert werden. Vier Bahnhöfe sind dabei als Eckpunkte vorgesehen, die die Schaukel bilden. Dazu zählen Ebermannstadt, Gräfenberg, Pegnitz und Neuhaus. In diesem regionalen Viereck sollen Hauptrouten mit sinnvollen Nebenrouten erschlossen werden. Dazu soll das weit verbreitete Beschilderungskonzept des ADFC zur Anwendung kommen.

Ziel ist es, deutschlandweit die Wahrnehmung der Fränkischen Schweiz im Fahrradtourismus stärker in den Vordergrund zu rücken. Eine Umsetzung im geplanten Gebiet sieht er bis Sommer 2018 als realistisch an. Gerade mit dem Mountainbiking trifft man in der Fränkischen Schweiz einen sensiblen Bereich. Jäger, Landwirte oder auch Naturschutzverbände müssen eingebunden und mitgenommen werden. Dazu soll das Vorhaben konfliktfrei mit der Wanderschaft vor sich gehen.

Die Überschneidung mit den hochwertigen Wanderwegen soll so gering wie möglich gehalten werden. Gerade beim Mountainbiking soll es kein Extremsport sein, kein Fahren am Limit. Breitenfelder bittet um wohlwollende Unterstützung des Vorhabens. Die Moutainbiker sind schon da, es gelte zu lenken und die Konflikte im Vorfeld zu lösen, meinte Vorsitzender Michael Wirth. Der Geschäftsführer des Tourismusverein in Egloffstein, Christian Meier, sieht das Mountainbiking nach anfänglicher Skepsis recht euphorisch. Dies sei eine interessante Geschichte. Damit könne man jüngeren Menschen die Heimat näher bringen. Dem Vorbericht von Breitenfelder werden bis zur endgültigen Realisierung noch zahlreiche Gespräche mit allen Beteiligten folgen müssen. Touristisch geht Breitenfelder davon aus, dass Radler drei bis vier Nächte auf ihrer Tour in der Region bleiben.


17 Prozent mehr Übernachtungen

Ausführliche Bilanz zog Vorsitzender Michael Wirth. Der Verein zählt 89 Mitglieder, davon 16 außerhalb der Gemeinde. Insgesamt eine Zunahme von acht. 340 Betten werden in der Gemeinde angeboten, je die Hälfte privat und gewerblich. Dazu kommen 138 außerhalb. Im Gewerbebereich schrumpft das Angebot von 242 auf 171. Die Gästenachfrage übersteigt das Angebot deutlich. 2016 wurden 15 741 Übernachtungen privat und 23 650 gewerblich registriert, eine beachtliche Steigerung von 17 Prozent. Die gewerbliche Auslastung liegt bei 40,5 Prozent, ein Spitzenwert verglichen in der Fränkischen Schweiz. Flyer, Bänke, Beschilderungen, Veranstaltungen, die Gäste erhalten in Egloffstein ein reichhaltiges Angebot. Vorteilhaft wirkt sich die Zusammenarbeit mit der Touristinfo in Obertrubach aus. Gemeinsame Auftritte wie das Gastgeberverzeichnis oder die Homepage halbieren die Kosten.

Mit gemischten Gefühlen begegnet man der Idee eines neuen Tourismuskonzepts. Weder Egloffstein noch Obertrubach würden ihre Touristinfo mit ihrer breiten Funktion im Tourismus ohne Bedenken aufgeben. Die Touristinfo in Egloffstein ist pro Woche 20,5 Stunden geöffnet. Sie leitet Christine Trautner, unterstützt von Lilo Meier und Michael Wirth. Christine Trautner berichtete kurz über Themen wie einen erhöhten Bedarf an Prospekten. Im März hat man bereits die Gesamtanzahl von 2016 erreicht. Viel Werbung deutschlandweit beflügelt diese Entwicklung. Der Zugriff im Internet nimmt deutlich zu.

Bürgermeister Förtsch dankte allen ehrenamtlichen Helfern. Für die Kommune sieht er die starke Herausforderung, dieses Jahr wieder das Prädikat Luftkurort zu erhalten. Eine Auszeichnung, die nach seinen Worten auch stärker beworben werden sollte. Zudem verwies er auf das Leaderprojekt Wanderregion Fränkische Schweiz mit der Ausbildung für Wanderführer und Wegewarte. Das Freibad wird wieder einen Kioskbetreiber haben. Entsprechende Bewerbungen liegen vor. Das Bad wird ab Mitte Mai wieder geöffnet. Das letztjährig erfolgreiche Karibikfest wird voraussichtlich am 12. August ausgerichtet.

Die Diskussion zeigte ein breites Angebot an kulturellen Veranstaltungen. Dazu zählt eine attraktive Burgführung. Karola Bandelow, Affalterthal, biete das "Spatzenland - Kreatives aus eigener Hand für kleine und große Künstler". Hier können Touristen auch einmal ihre Kinder abgeben. Julia Kellner macht ein Reitangebot für Groß und Klein. Mit dem Wagnerstadl gibt es in Bieberbach ein ländliches Museum, das künftig auch noch Trachten aufnimmt.