In der Gemeinderatssitzung in Poxdorf sind neue Herstellungsbeiträge für die Abwasseranlage der Gemeinde beschlossen worden. Außerdem stand zur Diskussion, ob der neue Kindergarten mit einer Zisterne und einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden soll.

Die Beiträge für die Entwässerung und Wasserversorgung werden in größeren zeitlichen Abständen neu kalkuliert, und zwar auf der Basis der Anzahl der Grundstücke, ihrer Flächen und ihrer Geschosse.

Die derzeitige Beitragskalkulation stammt aus dem Jahr 2010. Da sich inzwischen grundstücks- und flächenmäßig viele Änderungen ergeben haben, wurde die Kommunalberatung Hurzlmeier (Straubing) mit einer Neukalkulation beauftragt.

Die Neukalkulation ergab, dass für neue Anschlüsse 4,72 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche (bisher 2,75) und 17,43 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche (bisher 14,87) zu zahlen ist. Alte Anschlüsse (vor 2001) werden zukünftig mit 2,22 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche (bisher 1,62) und 13,71 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche (bisher 13,08) belangt. Der Gemeinderat billigte die neuen Beiträge einstimmig zum 1. Januar 2021. Ende September hatte sich der Gemeinderat mit großer Mehrheit gegen den Bau einer Zisterne auf dem Grundstück des Kita-Neubaus ausgesprochen. Sie war für die Bewässerung der Außenanlagen als unwirtschaftlich abgelehnt worden. Gleichwohl legten die Freien Wähler dazu einen neuen Antrag vor. Im Hinblick auf die bestehende Vorschrift der Gemeinde für Bauwillige, sie sollten das Oberflächenwasser auf ihrem Grundstück in einer Zisterne speichern, appellierten die Antragsteller an die Vorbildfunktion der Gemeinde.

Die Kosten für die Zisterne

Bürgermeister Paul Steins (CSU) rechnete vor, dass man bei den derzeitigen Wasserkosten circa 250 Euro pro Jahr für die sommerliche Beregnung der Außenanlagen ansetzen müsse. Da der Bau einer Zwölf-Kubikmeter-Zisterne inklusive Pumpen und Beregnungsanlage zwischen 15 000 und 30 000 Euro kosten würde, kam Steins zu dem Schluss: "Wenn man aufs Geld schaut, lohnt sich die Zisterne nicht, selbst über die Jahre nicht; sie amortisiert sich erst nach Jahrzehnten." Auch Thomas Heilmann (CSU) und Alexander Rauh (JB) sprachen sich gegen das Projekt aus, da selbst dessen ökologischer Nutzen umstritten sei. Roland Freund (FW) brachte es mit seiner Formulierung auf den Punkt: "Jeder muss selbst wissen, ob er hier eine wirtschaftliche oder eine ideelle Entscheidung treffen will." Der Antrag, die Zisterne zu bauen, wurde mit 7:5 Stimmen abgelehnt.

Einig waren sich alle Räte in Bezug auf den Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des ersten Kita-Obergeschosses. Die Kosten für eine solche Anlage, die im Jahr circa 8500 Kilowattstunden produzieren würde, schätzt das Elektroinstallationsbüro BLB (Möhrendorf) auf 32 000 Euro. Der Amortisierungszeitraum würde 14 Jahre betragen. Monika Martin (FW) schlug vor, die Verwaltung möge herausfinden, ob man nicht die Photovoltaikanlage auf dem Dach der benachbarten Grundschule mit der der Kita zusammenschließen könne oder ob man sie auf der Schule abbauen und auf dem Kita-Dach aufbauen könne. Denn obgleich die öffentliche Förderung der Anlage auf dem Schuldach demnächst auslaufe, hätten die Solarmodule noch eine lange Lebensdauer. Das traf auf allgemeine Zustimmung, weshalb einstimmig ohne Angabe von Kosten ein Grundsatzbeschluss für die Photovoltaikanlage gefasst wurde.