Ein geradezu königliches Ensemble war bei der ersten rollenden Bierprobe des Ebermannstadter Dampfbahn-Vereins zur Verkostung und Unterhaltung der zahlreichen Bier und Dampflokfreunde angetreten. Die Forchheimer Bierkönigin Carina II., die fränkische Bierkönigin Christina Pollnick (26) aus Münchberg im Landkreis Hof, die bayerische Bierkönigin Sabine-Anna Ullrich und der Bierprinz Sebastian Gocker aus den Haßbergen rührten die Werbetrommel für den Gerstensaft.

Schon vor der Abfahrt gab es aber einiges zu bestaunen. Der Veranstalter bot eine Lokschuppen-Führung an, in dem Nostalgiefans Hintergründe und allerlei Wissenswertes über die Dampfbahnen und Loks erfahren konnten. Stephan Schäff - Schriftführer der Dampfbahn, Co-Organisator des Events und Mädchen für alles beim Verein - informierte über die historischen Hintergründe der Dampfbahner, zu denen sich 420 Mitglieder bekennen.

Nur zehn Prozent sind aktiv dabei und sorgen für einen reibungslosen Betrieb, wie er noch in den 50er und 60er Jahren geführt wurde. "Bei uns sind alle vertreten, von A bis Z, vom Arzt bis zum Technischen Zeichner", so Schäff.


Bierspezialitäten und Häppchen

Für die rollende Bierprobe im historischen Speisewagen aus den 50er Jahren hatte der Aufseßer Braumeister Ernst Rothenbach ein Potpourri aus verschiedenen Bieren und dazu passenden Gaumenfreuden vorbereitet. Den Auftakt machte noch vor der Abfahrt ein Dampfbahn-Lagerbier, gebraut vom Ebermannstadter Schwanenbräu Wilhelm Dotterweich.

Zu Häppchen mit Forellenmousse informierte Rothenbach über die Geschichte des Pils, das seinen Namen dem tschechischen Pilsen verdankt. Nur dort gebe es so weiches Wasser, das so ein klassisch herbes Bier ermögliche.
Beim Biergenuss, so Rothenbach, sollten nicht nur Nase, Mund und Gaumen erfreut werden, sondern auch die Ohren. "Deswegen haben wir unser Pils in eine Bügelflasche gefüllt, die mit beiden Daumen geöffnet werden muss." "Das ist so wie im Bundestag", scherzte er. "Jede Flasche klingt anders".

Danach erklärte der Haßfurter Bierprinz den Brauvorgang. Verdeutlicht wurden die Arbeitsabläufe durch große Skizzen, die auf den Plätzen im Abteil ausgelegt waren.


Charmant präsentiert

Die Forchheimer Bierkönigin Carina Schneider im Dirndl mit rot-gelber Schärpe präsentierte ein Märzen der Forchheimer Brauerei Fritz Hebendanz. Während sich die Gäste dazu den Krustenbraten schmecken ließen, gab Carina II. Biergedichte des Forchheimer Mundartautors Reinhold Schmitt zum Besten.

Zum Stöffla Rauchbier, dem Kultgebräu der Memmelsdorfer Brauerei "Drei Kronen" kredenzten die Majestäten fränkischen Zwetschgenbaamers. Und zum Aufseßer Zwickl-Bier, das die bayerische Bierkönigin als Vertreterin des Bayerischen Brauerbundes, servierte, gab es Emmentaler-Spieße.

Den Abschluss bildete ein Weizenbier mit sogenannter "Pappalade". Das ist eine handgemachte "Biermarmelade", ein Bier-Fruchtaufstrich, den die oberfränkische Bierkönigin - sie stammt aus Hof - höchstselbst hergestellt hat.


Internationale Botschafterin

Für die bayerische Bierkönigin, eine angehenden Krankenschwester aus dem unterfränkischen Bürgstadt, war es einer ihrer letzten Termine. Ein Jahr lang war sie bei rund 150 Auftritten - darunter in Japan und im Libanon - die Botschafterin des Bayerischen Gerstensafts.

Sie lebt die Liebe zum Bier. Ein Weizen mag sie ebenso gern wie ein klares Helles, ein fruchtigleichtes Pale Ale oder einen Doppelbock im Winter. Die oberfränkische Bierkönigin, eine Grundschullehrerin aus Münchberg, ist noch ein weiteres Jahr im Amt.