Viele zufriedene Gesichter gab es zu beobachten, als sich die Verantwortlichen des Tourismus in den Gemeinden Egloffstein und Obertrubach im Rathaus von Obertrubach trafen. Es war die Idee von Geschäftsführer Peter Helldörfer, sich einer kleinen Feierstunde "25 Jahre Zusammenarbeit im Trubachtal" zu treffen.

Eingeladen waren alle, die sich im vergangenen Vierteljahrhundert um den Tourismus verdient gemacht haben. Zu ihnen zählten Persönlichkeiten wie Christian Meier, der frühere Bürgermeister von Egloffstein, und seine damalige Betreuerin des Tourismusbüros, Lilo Meier. Auch deren Nachfolgerin Christine Trautner feierte mit.

Auf Obertrubacher Seite kamen unter anderen Altbürgermeister Hans Albert sowie die frühere Leiterin der Tourist-Info, Irene Karl, und Sylvia Müller. "Interkommunale Zusammenarbeit, heute ein häufig gebrauchter Begriff, ist für Egloffstein und Obertrubach kein neues Wort", betonte Obertrubachs Bürgermeister Markus Grüner (CSU) in seiner Begrüßung.

Über das Jahr 2015 hinaus sind mehrere kleinere Aktionen geplant, die die Bedeutung des Tourismus für die Region vor Augen führen sollen. Michael Wirth, Vorstand des Tourismusvereins von Egloffstein, legte seinerseits Werbematerial vergangener Tage auf den Tisch. Bereits vor etwa 100 Jahren warben die Egloffsteiner mit Slogans wie "Die Bayerische Ostmark ruft". Obertrubach feierte sich derweil als "Perle der Fränkischen Schweiz".

Die Gebietsreform wirbelte in den 70er-Jahren einiges durcheinander. Obertrubach und Egloffstein wurden zu einer Gemeinde zusammengelegt und 1980 wieder getrennt. In der Folgezeit bewiesen die beiden Kommunen, dass man auch in der Selbständigkeit effektiv zusammenarbeiten kann.

1985 übernahm in Egloffstein unter Bürgermeister Christian Meier der Tourismusverein das frühere Verkehrsamt, die Gemeinde leistete ihren finanziellen Beitrag für ihre Tourist-Info. 1987 diskutierten Egloffstein und Obertrubach die Notwendigkeit eines gemeinsamen Prospekts. Die Kosten lagen bei 40 000 Euro. Egloffstein machte Druck, Obertrubach und seine Tourismusbetriebe zögerten. Anfang 1989 war der erste Katalog fertig und der Anfang einer 25-jährigen Erfolgsgeschichte gemacht. "Getrennt kassieren, aber vereint werben" lautete dazu 1989 eine Schlagzeile in der Presse.

77 000 Tagesgäste

Für Sylvia Müller und Christine Trautner in den Touristinfos Obertrubach und Egloffstein ist die enge Zusammenarbeit heute längst eine Selbstverständlichkeit.

Müller verwies in einer kurzen Präsentation auf die frühen Verbindungen beider Gemeinden. Dazu zählen vier Burgen, der Trubachtalweg, gemeinsame Veranstaltungen bis hin zum Ferienprogramm. Obertrubach und Egloffstein generierten laut Müller im Jahr 2013 unterm Strich 91 000 Übernachtungen. Hinzu kamen geschätzte 77 000 Tagesgäste.

Wegweisende Investitionen wie das Kletterinformationszentrum oder die einheitliche Erschließung überregionaler Wanderwege tragen die Handschrift des ehemaligen Obertrubacher Bürgermeisters Willi Müller (CSU). "Den Besucher interessieren keine Verwaltungsgrenzen", stellte auch Egloffsteins Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU) jetzt fest.

Geschäftsführer Peter Helldörfer verwies auf die "enormen finanziellen Vorteile" der interkommunalen Zusammenarbeit. So habe das Projekt "Wanderparadies Trubachtal" rund 75 000 Euro gekostet. 50 Prozent flossen als Zuschuss, den Rest teilten sich die beiden Gemeinden. Die beiden Gemeinden haben auch verstanden, dass Werbung in einem größeren Verbund erheblich wirkungsvoller beim Kunden ankommt.