Es bleibt dabei: Der Marktgemeinderat Wiesenttal lehnte erneut den Bauantrag des Forchheimer Unternehmers und CSU-Kreisrats Stefan Schick ab, der aus dem ehemaligen Posthotel in Streiberg eine Flüchtlingsunterkunft machen will. Nun schon zum dritten Mal war dieser Bauantrag auf der Tagesordnung und als Einziger stimmte auch diesmal Bürgermeister Helmut Taut (FWW) dafür. Alle anderen 13 anwesenden Gemeinderäte stimmten erneut dagegen.

Wie Taut eingangs erklärte, müsse er den Bauantrag noch einmal zur Beratung und Beschlussfassung bringen, da er sich geändert habe. Aus ursprünglich 91 Betten sind nun 73 geworden. Die Räte wollen aber nicht mehr als 40 Asylbewerber in Streitberg zulassen.

Wie Taut noch einmal ausführlich erläuterte, müsse man den Bauantrag unabhängig vom Belegungsvertrag zwischen Schick und dem Landratsamt sehen.
Darin sei ganz klar geregelt, dass nach Streitberg nicht mehr als 40 Flüchtlinge kämen. "Dass bei den Markträten natürlich Ängste da sind, ist verständlich", so Taut. "Ich vertraue aber dem Landrat und dem Leiter des Bauamts." Er betonte: "Ich werde mich wehren, wenn es 45 werden."
Die Verwunderung, dass dieser Bauantrag nun schon zum dritten Mal auf der Tagesordnung stand, war den Räten anzusehen. Zunächst fand keiner Worte dafür, bis sich Hans Heißenstein (WU) zu Wort meldete. "Das Problem ist, dass in einem wesentlichen Punkt unsere Meinung nicht gefragt ist." Heißenstein meinte, dass zwischen 40 und 70 immer noch eine sehr große Differenz sei. "Die Behörden machen, was sie wollen. Da kann man kein Vertrauen haben." An der Sachlage habe sich nichts geändert.

Eine weitere Wortmeldung gab es dann nicht mehr, weshalb Geschäftsstellenleiter Werner Borchert den Beschlussvorschlag der Verwaltung verlas. Er lautete folgendermaßen: "Dem Bauantrag wird das gemeindliche Einvernehmen erteilt, weil keine bauplanungsrechtlichen Gründe dagegen vorliegen und das Landratsamt die Belegung vertraglich auf 40 Asylbegehrende beschränkt hat." Dafür stimmte als Einziger wieder nur der Bürgermeister.

Die Sanierungsarbeiten sind derweil bald abgeschlossen. Wenn man so will, ist dies momentan ein Schwarzbau, da der Bauantrag noch nicht genehmigt ist. Dem Landratsamt bleibt nun nur noch, das gemeindliche Einvernehmen zu ersetzen.