In ihrer jüngsten Sitzung beschlossen die Marktgemeinderäte aus Heiligenstadt, dass in das sanierte Leichenhaus das künstlerisch gestaltete Glasfenster "Spirale und Kreuz" eingebaut werden soll. Die Künstlerin Jannina
Hector aus Hofheim hatte dazu zwei Möglichkeiten ausgearbeitet.

Die erste Alternative hieß "Engel Botschafter ins himmlische Licht". Den Räten erklärte die Künstlerin, die mit ihrem Kollegen Gerhard Nerowski gekommen war, dass die Kreise, die den Engel umgeben, die Kreise des Lebens darstellen, die alle Seelen durchlaufen, und die sich im Tod schließen. Der Engel, der im Licht stehe, nehme dann die Seelen auf. In der zweiten Alternative "Spirale und Kreuz" steht das Kreuz im Mittelpunkt. "Im Zeichen des Kreuzes sind alle Menschen miteinander verbunden", erklärte Jannina Hector. Die Spirale führe die Seelen der Verstorbenen zusammen in die Unendlichkeit und in das göttliche Licht. Die ausdrucksstarken Farben der zweiten Alternative gefielen den Räten besonders gut.


"Relativ viel grau"

Bürgermeister Helmut Krämer (CSU/Einigkeit) erzählte, dass die Fensteralternativen bereits mit den drei Pfarrern der Gemeinde besprochen worden seien. Diese hatten sich für "Spirale und Kreuz" ausgesprochen. "Im Leichenhaus ist relativ viel grau. Da könnte sich so ein Farbtupfer in violett und rot schon gut machen", meinte Krämer.

Anke Kraasz (BN) fragte nach, in welcher Sitzung denn überhaupt beschlossen worden sei, dass ein farbiges Fenster eingebaut werden soll. Außerdem wollte sie wissen, ob die angegebenen 7800 Euro für Honorar und Transport auch die Mehrwertsteuer enthalten.

In welcher Sitzung, der Beschluss gefasst worden war, konnte auf die Schnelle nicht geklärt werden; allerdings muss keine weitere Mehrwertsteuer auf den Betrag dazu gerechnet werden. Krämer gab an, dass die Kirchen Sammlungen für das Fenster durchführen wollen, und dass es bereits Spenden gebe. Hans Göller (SPD) wollte wissen, wie es wirke, wenn im Innenraum eine Kerze brenne, wenn jemand aufgebahrt ist. Dazu gab Architekt Hartmut Schmidt an, dass zwischen dem normalen und dem künstlerischen Glasfenster ein Kabel liegt. Hier könnte elektrisches Licht brennen und das Motivfenster zum Leuchten bringen.