Bürgermeister Paul Steins (CSU) hatte im vergangenen Jahr immer wieder beklagt, dass seine Gemeinde nicht genügend Wohnbaufläche anbieten könne, da die Eigentümer freier Flächen nicht bereit seien, diese zu veräußern. Nun haben sich doch zwei Grundstückseigner bereiterklärt, der Gemeinde eine Fläche von etwa 5500 Quadratmetern zu verkaufen.

Hans-Jürgen Sauer vom Ingenieurbüro Sauer und Harrer informierte die Räte über die Realisierbarkeit dieses Baugebietes. In der Verlängerung der Mühlweiherstraße könnten im Anschluss an die vorhandenen Doppelhäuser mehrere circa 300 Quadratmeter große Flächen für weitere Doppelhäuser ausgewiesen werden. Um auch Gewerbetreibende anzulocken, könnte man die Grundstücke in der hinteren Reihe größer abmessen - der ganze Bereich sei im Flächennutzungsplan als Mischgebiet gekennzeichnet. Allerdings sei die Hochwassersituation zu berücksichtigen: Bei einem Jahrhunderthochwasser könnten die hinteren Flächen bis zu 25 Zentimeter überflutet werden, weshalb der Gesetzgeber als Präventivmaßnahme die Anlage einer 50 bis 60 Zentimeter tiefen Rückhaldemulde vorschreibt, für die die Gemeinde zusätzlich rund 2400 Quadratmeter Fläche am Kreuzbach erwerben müsste.

Insgesamt kann nach dem vorgestellten Konzept erwartet werden, dass der Gemeinde Poxdorf 2018 neun Grundstücke zum Verkauf zur Verfügung stehen werden.


Unterstützung für Jugendliche

Steins dankte den Jugendbeauftragten Christian Haller und Bettina Zametzer. Er schlug vor, ein Jugendkonto einzurichten und dafür, wie schon 2016, 800 Euro zur Verfügung zu stellen. Die beiden Jugendbeauftragten sollen dafür verantwortlich sein, dass das Geld direkt den Poxdorfer Jugendlichen zugutekommt. So dürfen etwa Getränke- und Snackkosten oder Fahrkosten davon bestritten werden, auch Druckkosten für die Jugendzeitschrift, falls die Spenden knapper werden, oder Anschaffungen für den Jugendraum.

Für dessen Neumöblierung kann auch das vorhandene Guthaben von 4423 Euro auf dem Jugend-Sparbuch genutzt werden. Der Gemeinderat sprach sich mit einer Gegenstimme für dieses Vorgehen aus.


Mittelschule Baiersdorf wird Thema sein

In der Anfang Februar anstehenden Sitzung des Schulverbandes Baiersdorf wird endgültig über die Eigentumsverhältnisse bezüglich der Mittelschule Baiersdorf entschieden werden. Die aktuellen Eigentümer - die Kommunen Baiersdorf, Bubenreuth und Möhrendorf - haben den anderen Mitgliedern des Schulverbandes, also Effeltrich, Poxdorf, Marloffstein und Langensendelbach, angeboten, Miteigentümer an der Schulanlage zu werden.
Diese "Rückübertragung der Schulanlage auf den Schulverband" soll dazu führen, dass die von Poxdorf und Effeltrich als viel zu hoch kritisierte Schulverbandsumlage deutlich niedriger ausfällt. Das Angebot erfolgt allerdings vor dem Hintergrund einer nötigen Generalsanierung der inzwischen 30 Jahre alten Schule. Kostenfaktor: rund 6,7 Millionen Euro. Die neuen Eigentümer müssten sich an den Kosten beteiligen.

Schon vor Jahren hatten Poxdorf und Effeltrich ihren Willen bekundet, aus dem Schulverband auszutreten; jedoch hatten das die Regierungen von Ober- und Mittelfranken abgelehnt. Die beiden Gemeinden wollen auch nicht Miteigentümer einer ihrer Meinung nach seit Jahren vernachlässigten Schule werden. Bürgermeister Steins ließ die strittigen Fragen juristisch prüfen. Das Ergebnis: Ein Austritt aus dem Schulverband ist nicht möglich; die Rechtsverordnung der Regierungen kann nur durch eine Normenkontrollklage angefochten werden. Das sei langwierig, kostspielig und wenig aussichtsreich. Die Eigentumsverhältnisse an der Schulanlage werden von den Mitgliedern des Schulverbandes per Mehrheitsbeschluss geregelt. Das bedeute, dass Poxdorf und Effeltrich mit Sicherheit überstimmt werden.

Steins schlug vor: Der Gemeinderat solle der Rückübertragung des Gebäudes und des Grundstücks der Schulanlage in das Eigentum des Schulverbandes zustimmen, unter der Voraussetzung, dass der Restbuchwert von 2 130 000 Euro auf 1 300 000 Euro gesenkt werde, in Anbetracht der von 2010 bis 2016 vom Schulverband gezahlten Gesamtmiete in Höhe von 2 300 000 Euro und der kalkulatorischen Zinsen für das Grundstück in Höhe von 230 000 Euro.

Falls der Schulverband auf diese Bedingung nicht eingehe, solle die Gemeinde Poxdorf bei der Mietlösung bleiben. Im Haushalt 2017 sei für die derzeit neun Poxdorfer Schüler eine Umlage von 3686 Euro pro Kopf eingestellt. Diesem Vorschlag stimmten alle Räte zu.