Sie feiert ihr 65. Jubiläum und beschenkte zu diesem Anlass ihre Mitglieder, Förderer und Musikliebhaber mit einem wunderschönen "Alte Musik Konzert".

Gleich nach dem Öffnen der schweren Rathaustüre waren schon erste Töne zu hören. Sie lockten die Musikliebhaber in die zweite Etage zum großen Rathaussaal. Auf der hellerleuchteten Bühne übte das Ensemble "Alte Musik". Die Generalprobe klang vielversprechend.

Schulleiter und Kontrabassspieler Jürgen Hiltl gab das Wort an Anke Rosbigalle ab, die mit Erzählungen zur Renaissance- und Barockzeit den Abend moderierte, selbst mehrere Instrumente musiziert und das Ensemble dirigierte. Besonders erwähnte sie die Geigenspielerin Karla Mohr. Statt daheim ihren elften Geburtstag zu feiern, stand die Kleine selbstbewusst auf der Bühne.

Martina Heilmann und Anton Karnbaum begannen das Konzert mit einem Duett von Hans Leo Haßler v. Roseneck (dt. Komponist, Uhrmacher u. Verfertiger von Musikautomaten) und "Bransle double" von Michael Praetorius Schultheiß (dt. Komponist, Organist, Hofkapellmeister und Gelehrter).

Es folgten sehr schnelle Musikstücke von Marco Uccellini (ital. Violinist, Kapellmeister), das eigentlich für Streichinstrumente komponiert war. Die Musikschule transponierte es zu einem Flötenstück und es war sehr beeindruckend, wie flink die Finger der beiden Flötistinnen, Leona Graser und Elke Gyönyör, über ihre Instrumente huschten. Als die beiden Mädchen dann eine Pavane von Michael Praetorius spielten, sah man förmlich ins 16. Jahrhundert. Königin Elisabeth I. hatte eine Vorliebe für diesen langsamen Schreittanz. Heidrun Lang (Flöte) und Martina Heilmann (Cembalo) entführten die Zuhörer nach Spanien, zu Klängen von Diego Ortiz (span. Komponist).

Zum Abschluss des ersten Konzert-Teils spielte das Ensemble eine Schlachtmusik "Pavane de la Bataille", welche ein beklemmendes Gefühl hinterließ. In der Pause, beim mittelalterlichen Mahl mit Kochkäse- und Schmalzbroten, konnte man mit den Künstlern und über deren Instrumente sprechen.

Peter Saam beherrscht zum Beispiel das Krummhorn, ein sehr schwer zu spielendes Instrument, welches einem umgekehrten Spazierstock ähnelt, und Miriam Huwald entlockte einem Gemshorn (eigentlich Kuhhorn) weiche Flötentöne. Zum Ende spielte Martina Heilmann "Engel's Nachtigaeltje" des blinden Komponisten Jacob van Eyck.

Die Städtische Sing- und Musikschule Forchheim hat allen Grund, auf ihre Musikschüler stolz zu sein. Seit 1951 bietet die Musikschule Fachunterricht von derzeit 14 Musikpädagogen. Sie unterrichten derzeit rund 600 Schüler