In den Getränkemärkten in Forchheim steht der Bierdurstige ab und an vor nicht ganz so prall gefüllten Paletten. Der Grund: Mangelndes Leergut hindert die Forchheimer Brauer zeitweise an der Abfüllung.

"Es kann schon sein, dass wir immer mal wieder ein Bier nicht vorrätig haben", sagt Harald Wolf, Mitarbeiter bei Getränke Kistner in Forchheim. Das bedeute dann aber nicht, dass es das Bier grundsätzlich nicht mehr gebe, sondern einfach, dass die Brauereien der Nachfrage nicht immer gerecht werden können.

Bier wird seit April gebraut

Davon kann Fritz Hebendanz ein Lied singen. "Wir können den Markt von der Biermenge her befriedigen", sagt er, "allerdings können wir das Bier nicht immer abfüllen." Die Nachfrage nach Annafestbier sei in diesem Jahr auch sehr hoch. Bereits im April habe man angefangen, dieses Bier zu brauen. "Wir dachten eigentlich, wir hätten genug Kästen auf Lager", sagt der Braumeister mit jahrelanger Erfahrung. Aber dann kam die Corona-Pandemie und hat die Planungen über den Haufen geworfen. "Seither hapert es an Leergut", sagt Hebendanz.

Hebendanz findet, der Pfandsatz sei zu niedrig. Da schließt sich Konrad Greif von der Privatbrauerei Eichhorn an. Eine kleine Brauerei wie seine habe massive Probleme, wenn die Kunden die Kästen in Getränkemärkten zurückgeben, die sein Bier gar nicht vertreiben. Diese Kästen kommen dann nämlich nie in seine Brauerei zurück.

Leergut gehört zurück!

Er appelliert deshalb: "Die Kunden sollen die Kästen dorthin bringen, wo es das Bier auch zu kaufen gibt." Einen leeren Kasten zu kaufen sei viel teurer als das Pfand, das dafür verlangt wird. Und es gebe Kasten, die er kauft und dann nicht ein einziges Mal zurück in seine Brauerei kommen.

Zu Beginn der Corona-Krise habe es noch kein Leergut-Problem gegeben. Die Leute hätten ihre Garagen aufgeräumt und viel Leergut abgegeben. Mittlerweile seien aber so viele Kästen unterwegs, die aufgrund des niedrigen Pfandsatzes einfach nicht zurückgebracht werden. "Selbst Kasten kaufen ist für eine kleine Brauerei wie uns schlecht", erklärt Greif, "da gibt es mittlerweile auch lange Wartezeiten." Deshalb könne er oft nicht das liefern, was die Getränkemärkte bestellen. "Manchmal werden 120 Kisten bestellt und ich kann nur 20 liefern", so der Sprecher der Brauerei Eichhorn, "Annafestbier ist noch da, aber ich kann es nicht abfüllen."

Anders sieht es bei der Brauerei Rittmayer in Hallerndorf aus. Dort wurde bereits das gesamte Annafestbier abgefüllt. In diesem Jahr sogar mehr als in den Jahren zuvor. Und das meiste ist schon verkauft. Wolf vom Getränkemarkt Kistner sagt, dort gebe es das Bier bereits nicht mehr.

Nicht überall sieht es schlecht aus

Auch kein Problem mit dem Abfüllen der Biere habe aktuell die Brauerei Neder. Es habe auch mal Engpässe geben, aber im Moment sei es gut, bestätigt ein Sprecher der Brauerei. Das Annafestbier sei überall verfügbar, wo es das sonst auch zu kaufen gibt.

Bei Getränke Kistner in Forchheim gibt es das Annafestbier von Greif momentan zu kaufen. Bei der Brauerei Greif läuft während des Anrufes am Montag gerade auch die Abfüllung. "Wir waren überrascht wegen der großen Nachfrage", sagt Brauerei-Chef Christian Schuster. Kurzzeitig musste er auch er seine Abfüllung über mehrere Tage verteilen, weil das Leergut knapp wurde. Wie viel Festbier heuer genau aus seinen Braukesseln kommen wird, will er nicht verraten. Nur so viel: "Es wird ähnlich so viel sein, wie wenn das Annafest regulär stattfinden sollte."

Eine gute Nachricht für die Freunde des Annafestbieres gibt es aber von Fritz Hebendanz doch: Auch wenn es beim Abfüllen zu Engpässen komme, normalerweise ist das Bier bis September im Handel. Und bis dahin sollte jeder sein Seidla bekommen haben.