Was fehlte war der Schnee bei der zweiten größeren Lichterprozession dieses Jahres in der Fränkischen Schweiz nach Wichsenstein. Rund 500 Gläubige nahmen am Zug durch den Ort teil. Angeführt wurde die Prozession von den Ministranten, das Allerheiligste trug Pfarrer Matthew Anyanwu durch den Ahorntaler Ortsteil mit seiner Pfarrkirche St. Burkard.
Fahnenabordnungen der Feuerwehren Oberailsfeld, Unterailsfeld, Rabeneck und Kirchahorn sowie des Schützenvereins Sieghardtor Köttweinsdorf begleiteten die Prozession. Die Bauernleite, der Taubenstein und der sogenannte Radlerfelsen hinter der Brauerei Held und einige Hänge in Richtung Unterailsfeld erstrahlten wieder im Lichterglanz der rund 100 Holzfeuer, die zahlreiche Helfer aus Oberailsfeld und den umliegenden Ortschaften im Auftrag des 900-Jahre-Vereins Oberailsfeld rechtzeitig vor Prozessionsbeginn angezündet hatten. Zahlreiche Schaulustige aus nah und fern verfolgten das Lichterspektakel.



Eingeführt worden war der alte Brauch erstmals wieder 1985, damals noch mit selbst gebastelten Fackeln und noch weit weniger Feuern. Heute sind es wieder rund 100 Holzfeuer, die rund um den Ort herum an den Hängen aufgeschlichtet werden und innerorts sorgen die Mitglieder des Vereins 900 Jahre Oberailsfeld inzwischen ebenfalls mittels Wachsleuchten, die an den Straßenrändern aufgestellt werden, für anheimelnde Beleuchtung.
In Oberailsfeld ist man sehr darauf bedacht, den religiösen Kern dieses Kirchenfestes zu erhalten. Der Glaube steht im Mittelpunkt und daher sucht man auch vergeblich nach Verkaufsbuden oder Bratwurst- und Glühweinständen. Begonnen hatte der Bettag bereits um 9 Uhr mit dem "Aussetzungsamt", danach folgen stündlich Andachten für die Orte Köttweinsdorf, Zauppenberg, Oberailsfeld, Eichenbirkig, Hungenberg, Pfaffenberg, Kirchahorn und Unterailsfeld sowie für die Kranken und Verstorbenen. Betschluss, also die letzte kurze Andacht vor der Lichterprozession, ist dann gegen 19 Uhr.

Wie die älteren Oberailsfelder noch zu berichten wissen, gab es die Feuer an den Berghängen bereits in den 20-er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Im Dritten Reich war der Brauch verboten und danach wurden die Feuerstellen wegen der Verbuschung der Hänge auf rund 15 reduziert.