"Is noch des wirklich wahr" sollen Kundinnen ungläubig beim Einkauf beim Metzger in Leutenbach gefragt haben. Die Nachricht in der Tagespresse hatte wie eine Bombe eingeschlagen. Demnach sollte aus der "Kunreuther Seenplatte", der Weiherwiese, am Ortsrand Richtung Weingarts eine Freizeitoase entstehen und am 1. April das erste Tretboot unter Leitung von Zeug- und Bootswart Manfred Bruckner um 15 Uhr festlich zu Wasser gelassen werden.

Pünktlich hatten sich zahlreiche Kunreuther, Gemeinderäte, Bürgermeister Konrad Ochs (CSU/BB) sowie Altbürgermeister Helmut Ulm vor Ort eingefunden. Die wärmenden Sonnenstrahlen brachen langsam durch den bewölkten Himmel und verliehen dem ganzen mit seiner intakten Natur einen recht melancholischen Charakter. Selbst Landrat Hermann Ulm (CSU) ließ sich das Spektakel nicht entgehen. Bierbänke waren aufgestellt, Traktoren und Räder blieben anhand des Spektakels stehen. Die Stimmung war prächtig, als das ersehnte gelbe Tretboot eintraf.


Auch der Landesvater kommt

Edwin Rank hatte das Boot bei Graf Benedikt Bentzel in Schloss Thurn organisiert, wofür ihm Bürgermeister Ochs dankte.

Helmut Pfefferle bot am Ufer im Namen des Tourismusvereins an, die Wasserwacht zu übernehmen. Gemeinderat Georg Hötzelein (CSU/BB), der dafür in die Rolle von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) schlüpfte, setzte hohe Erwartungen in das neue Hotel- und Wellnessprojekt und sagte eine S-Bahnhaltestelle zu. Selbst der Landesvater kam vorbei, sah dabei aber Helmut Pfefferle verdächtig ähnlich. Der falsche Seehofer zeigte sich überrascht darüber, dass zwar die Oberbayern die höheren Berge, die Franken aber offensichtlich den größeren Horizont haben.
Seehofer wiederum vertrat den verhinderten Heimatminister Markus Söder, der aber aus der Ferne der ehrgeizigen Ortschaft den Titel "Kunreuth am See" verlieh.


Kräftige Männerhände

Die Anwesenden bestanden darauf, dass Agnes Ochs als Gattin des Gemeindeoberhaupts das Boot vor der Inbetriebnahme noch tauft. Kräftige Männerhände ließen "Agnes I" anschließend zu Wasser.
Es stand außer Frage, dass Landrat Ulm, Tochter Elisabeth und Bürgermeister Ochs unter fachkundiger Begleitung von Bootswart Bruckner eine Ehrenrunde um die Bauminsel drehen durften. Dann waren die Kinder an der Reihe, während die Erwachsenen zum gemütlichen Beisammensein bei Bier und Brotzeit übergingen.
Es war ja der 1. April, da darf man schon mal fünfe gerade sein lassen.