In Neunkirchen am Brand ist sie den Radfahrern schon lange ein Dorn im Auge, die Einmündung Erlanger Straße/Henkerstegstraße. Links und rechts entlang der Henkerstegstraße gibt es zwar breite Wege, aber Radfahrer dürfen sie nur zum Teil benutzen. Wer mit dem Fahrrad von der Erleinhofer Straße kommend zu den Einkaufsmärkten will, muss den gemeinsamen Rad- und Gehweg an der Einmündung Heuwiesen verlassen und auf die stark befahrene Staatsstraße auffahren. Auf dem Rückweg gebe es laut Pressemitteilung des Fahrradclubs ADFC Forchheim das gleiche hochgefährliche Prozedere. Denn dieser Spurenwechsel finde inmitten einer unfallträchtigen Kreuzung statt, wo beim Abbiegen und Queren alle Verkehrsteilnehmer vier Einmündungen gleichzeitig im Blick behalten müssen.

Der ADFC Forchheim und der Bund Naturschutz (BN) Neunkirchen am Brand und Umgebung trafen sich deshalb am Sonntag zu einer Demonstration mit einem eigenen roten Teppich. Sie stellten klar, wie nach ihrer Ansicht diese Kreuzung besser gestaltet werden könnte. Das Radfahren sollte dort auf allen Gehwegen erlaubt sein. Diese seien dafür ausreichend breit.

Schrittgeschwindigkeit?

Gegenseitige Rücksichtnahme und das Fahren in Schrittgeschwindigkeit würden Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer bieten. Selbst an den Bushaltestellen sei genügend Platz. Das zeigten viele Beispiele in Erlangen. Dort führen Radwege direkt an Bushaltestellen vorbei. Darüber hinaus macht eine farbig gekennzeichnete Radspur den motorisierten Verkehrsteilnehmern sichtbar, dass hier Radfahrer die Fahrbahn queren.

Von der Forchheimer Straßenverkehrsbehörde seien einige Abschnitte aufgrund der vorhandenen Bushaltestellen vom Rad- zum Gehweg abgestuft und damit die Benutzung durch Radfahrer unterbunden worden. "In einer Zeit, in der vielerorts von Verkehrswende und Klimawandel gesprochen wird, ein Ding der Unmöglichkeit", meint der ADFC. Eine Aktivierung nach dem Motto "Autofahrer rauf aufs Rad" und eine Steigerung der Attraktivität des Radverkehrs würden anders aussehen.

Gerhard Krahl vom ADFC und Bernhard Birnfeld vom BN sind der Meinung, dass es an der Zeit sei, auch die Anliegen der Radfahrer zu berücksichtigen: "Die Autos werden immer größer und leistungsstärker, sie nehmen einen viel zu großen Teil des öffentlichen Raumes ein. Fußgänger und Radfahrer sind viel zu häufig die Leidtragenden im wahrsten Sinne des Wortes. Allerorten hört man, das Radfahren solle mehr gefördert werden. Es ist höchste Zeit für ein Umdenken!"