Durch Zufall ist der Markt Neunkirchen am Brand auf ein großes Problem aufmerksam geworden. Die Lösung dazu duldet keinen Aufschub und fordert neue Prioritäten bei der Brunnensanierung der Trinkwasserversorgung der Gemeinde.

Denn eigentlich sollten zunächst die Brunnen 2 und 3 saniert werden. Das muss nun zurückgestellt werden. Vorrang hat die Sanierung des Brunnens 4. Keimbelastetes Oberflächenwasser dringt ins Innenrohr und läuft in den Brunnen. "Das ist zum einen gefährlich und muss zum anderen zeitnah umgesetzt werden", sagte Bürgermeister Martin Walz (CSU) in der Marktgemeinderatssitzung. "Wo die Schadstelle ist, ist nicht genau bekannt", sagte Walz.

Eine Vermutung bestand, und diese hat an Relevanz gewonnen, wie Untersuchungen aufzeigten. So wurde der Wasserpegel konsequent auf 68 Meter abgesetzt, um herauszufinden, was die Verkeimung des Wassers bewirkt, ob im Brunnen und bei der Technik oder durch ein Eindringen von Oberflächenwasser. Die Temperatur und die Leitfähigkeit in den unterschiedlichen Grundwasserschichten wurden gemessen. Zudem wurden mikrobiologische Untersuchungen veranlasst.

Über eine Gamma-Sonde ist der Schichtaufbau des Brunnens untersucht worden, um damit Rückschlüsse auf das Sperrrohr ziehen zu können. Dieses Rohr selbst ist nicht zugänglich. Aber über das Sperrrohr dringt das Oberflächenwasser ein.

Normalerweise ist das Grundwasser bei einem intakten Sperrrohr geschützt. Trotz regelmäßiger Desinfektion sei es der Gemeinde bislang nicht gelungen, die bakterielle Belastung einzudämmen. Das wiederum bedeutet, dass kontinuierlich keimbelastetes Oberflächenwasser in das Grundwasser eindringt. Von einem Schaden am Sperrrohr kann deshalb ausgegangen werden.

Nun muss die Gemeinde handeln, um den Brunnen 4 weiterhin nutzen zu können und um eine Verkeimung bis zum Nachbarbrunnen 5 zu verhindern. Wird nicht gehandelt, muss der Brunnen vom Netz genommen werden. Wenn dann einer der anderen beiden Brunnen saniert wird, ist die Wasserversorgung nicht mehr gewährleistet.

"Zwei Dinge sind deshalb notwendig: Den Brunnen 4 schnellstmöglich zu ertüchtigen und die Sanierung der anderen beiden Brunnen nach hinten zu stellen", sagte Walz. Der veranschlagte Kostenaufwand betrage insgesamt 850.000 Euro und könne über das Nachfolgeprogramm der Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben (RZWas) 2020 gefördert werden. Zwei Brunnen gleichzeitig zu sanieren, sei nicht möglich. Mit der Fördermenge des Förderprogramms könne das nicht bewerkstelligt werden. Das Förderprogramm sei überbucht. Wie viel Geld die Gemeinde bekomme, sei nicht klar, auch nicht bei dem nachfolgenden Förderprogramm. Die Zuteilung hänge davon ab, wie stark das Förderprogramm ausgebucht sei.

Der Brunnen wird für vier bis fünf Monate ausfallen. Martin Walz hofft, mit der Sanierung im Januar, Februar beginnen zu können. Wie hoch das Risiko sei, dass gleichzeitig mit der Sanierung des Brunnens 4 die Brunnen 1 oder 2 ausfallen, wollte Werner Kruckow (Grüne) wissen. "Jede Zahl ist so falsch wie richtig. Aber es ist keine Gefahr im Verzug", meinte Bürgermeister Walz. Auch Andreas Pfister (SPD) betonte, dass es keine andere Möglichkeit gebe, als den Brunnen 4 schnellstmöglich zu sanieren. Die Brunnensanierung zählt als Unterhaltsmaßnahme.