Für Verwirrung und Verwunderung bei zahlreichen Eltern von Schülern der Mittelschule Ebermannstadt sorgt aktuell ein Schreiben des Landratsamts Forchheim der Abteilung Gesundheitsamt, das auf den 7. Dezember datiert ist und bei den Eltern am 9. Dezember einging.

Darin heißt es, dass sich gemäß der Allgemeinverfügung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege das jeweilige Kind als "Kontaktperson I" mit engem Kontakt zu einem Covid-19-Fall vorübergehend in häusliche Isolation zu begeben hat.

Schüler sollen wegen Corona-Fall in Quarantäne: Schreiben aus dem Landratsamt kommt viel zu spät

Die Quarantänezeit dauert vom 17. November (letzter Kontakt) bis zum 1. Dezember. Das Schreiben wurde vom Landratsamts jedoch erst am 7. Dezember erstellt, also eine Woche, nachdem die Quarantänezeit bereits vorbei war und die Kinder längst wieder in der Schule waren.

Einer der Väter aus Waischenfeld hat sich nun an inFranken.de gewandt und gefragt, wie das sein könne. Beim Gesundheitsamt habe er bereits angerufen, dort sei ihm nach seiner Aussage erklärt worden, dass er das Schreiben nicht weiter beachten müsse und dieses hinfällig sei. "Wieso aber verschickt das Landratsamt im Nachhinein nun solche Briefe, wo schon alles vorbei ist?", fragt sich der Vater, der sich verschaukelt vorkommt.

Wie Pressesprecherin Kathrin Schürr vom Landratsamt Forchheim erklärt, dienten diese Schreiben im Nachgang als Bescheinigung zur Vorlage beim Arbeitgeber, falls die Eltern wegen der Quarantäne ihres Kindes nicht zur Arbeit gehen konnten. Bei Infektionen in Schulen laufe die erste Information des Landratsamts durch ein Informationsschreiben an die jeweiligen Schulen.

Vater eines der betroffenen Schüler fühlt sich verschaukelt

Die Schule gebe die Informationen dann mit allen weiteren Anordnungen, zum Beispiel der Bekanntgabe der Teststation, oder eben auch der Aufforderung, dass sich das jeweilige Kind in häusliche Isolation begeben muss, unmittelbar an die Eltern minderjähriger Kinder weiter. Eine unverzügliche Information der Eltern sei auch in diesen Fällen über die Schule erfolgt, erklärt Schürr.

In dem nunmehr maschinell erstellten Schreiben des Landratsamts an die Eltern heißt es abschließend, dass diese "Bescheinigung" auch ohne Unterschrift gültig ist. Es wird also darauf hingewiesen, dass es sich um eine Bescheinigung handelt und nicht um eine aktuelle Aufforderung, sich in häusliche Isolation zu begeben. Allerdings ist das Ganze für die Betroffenen dennoch verwirrend, weil es den Anschein erweckt, aktuell zu sein. Wie Kathrin Schürr sagt, habe sie dies dem Gesundheitsamt nun weitergegeben, um in Zukunft diese Schreiben verständlicher zu formulieren.