Thema der jüngsten Bauausschusssitzung des Kreistages Forchheim: Das Bauwerk 10.3 muss instand gesetzt werden. Das Bauwerk 10.3 ist die 44 Jahre alte Brücke über die Aisch bei Willersdorf in Richtung Stiebarlimbach entlang der Kreisstraße FO 10.

Nach einer über einstündigen Diskussion wurde der Beschlussvorschlag der Verwaltung angenommen und die kostengünstigste und wirtschaftlichste Variante der Instandsetzung beschlossen. Die Kosten für die Sanierung beziffert das beauftragte Ingenieurbüro Hofmann aus Lichtenfels auf rund 320.000 Euro. Die Ausschreibung dafür kann bereits im Frühjahr erfolgen.

Der Bauwerksprüfingenieur Christian Hofmann hatte zuvor drei mögliche Varianten der Instandsetzung der Plattenbalkenbrücke mit vier Stegen vorgestellt: die beschlossene Variante der Instandsetzung, einen Ersatzneubau mit Kosten von rund 1,3 Millionen Euro und einen Teilneubau des Überbaus mit einem Kostenvolumen von rund 880.000 Euro.

Die Schäden

Seinen Vorschlag für die kostengünstigste Variante - die Instandsetzung - begründete der Fachmann mit der guten Bauwerksubstanz. Schäden seien vor allem bei den beiden seitlichen Kappen der Brücke zu erkennen, deren Erneuerung er zwingend ans Herz legte, um höhere Folgekosten zu vermeiden. Auch der beschädigte Fahrbahnbelag und die Entwässerung der Bücke werden in diesem Zuge ausgetauscht.

Mit diesen Maßnahmen kann die Brücke weiterhin mit bis zu 30 Tonnen Gewicht befahren werden. Statische Prüfungen des Bestands müssten nicht erfolgen. Folgemaßnahmen nach den durchgeführten Sanierungsarbeiten seien theoretisch erst nach 25 Jahren notwendig.

"Da der Landkreis Forchheim seine Brücken aber sehr sorgfältig unterhält, kann auch von einem höheren Wert ausgegangen werden", sagte Hofmann. Die Bauzeit der Maßnahme schätzte er auf 16 Wochen. Die Bauarbeiten könnten auch im Rahmen einer Teilsperrung erfolgen, so dass die Brücke für den Verkehr offen bleibt.

Die Entscheidung für die reine Instandhaltung der Brücke war nicht einstimmig. Hermann Greif (CSU) und Torsten Gunselmann (JB) stimmten gegen dieses Vorgehen. Sie hätten sich die Kostengegenüberstellung einer Variante einer Teilerneuerung mit einer Erhöhung der Lastklasse auf über 30 Tonnen gewünscht. "Durch eine solche Maßnahme würden wir sicherlich in die Bezuschussung kommen, und es würde sich damit die Differenz der Kosten eines Teilneubaus mit einer zukunftsgemäßen und den Anforderungen entsprechenden Brücke mit längerer Lebensdauer zu der Instandsetzungsvariante deutlich verringern", lautete das Argument.

Der Tiefbauamtsleiter Dieter Els bezifferte auf Nachfrage die Bezuschussung bei einer Erhöhung der Lastklasse auf 60 Prozent. Er wies aber auch auf die zeitliche Verzögerung der Sanierung durch aufwendige Baugrunduntersuchungen bei dieser Vorgehensweise hin. Zudem sei eine Umfahrung für den Schwerverkehr durch die nahe gelegene Brücke bei Trailsdorf gegeben.

"Kein Lkw mit über 30 Tonnen macht vor der Brücke Halt, weil sie für den Schwerverkehr nicht ausgelegt ist", gab Hermann Greif zu bedenken. "Auch die Landwirte haben manchmal über 30 Tonnen", fügte Torsten Gunselmann hinzu. Die Mehrheit des Gremiums sah indes den Beibehalt der bisherigen Tonnagelast der Brücke für ausreichend.

Am Rande der Bauausschusssitzung

Ab welchem Alter etwas sanierungsbedürftig ist, ist relativ. Für das 1976 erbaute Brückenbauwerk über die Aisch bei Willersdorf wurde eine "dringend notwendige Instandsetzung" durch das beauftragte Ingenieurbüro nahegelegt. Das sorgte bei Landrat Hermann Ulm (CSU) für Stirnrunzeln: "So jung und schon eine dringend notwendige Instandsetzung notwendig?", fragte er laut vor sich hin, was wiederum quer durch die Fraktionen für Heiterkeit sorgte. Denn die Bauausschussmitglieder wussten: Das Baujahr der Brücke ist identisch mit dem Geburtsjahr des Landkreischefs.