Klimatische Veränderungen machen auch vor heimischen Wäldern nicht Halt. Immer mehr Bäume könnten in Zukunft Dürren, Stürmen und Schädlingen zum Opfer fallen, warnt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau). Als Lösung sieht der Bezirksvorsitzende der IG Bau Oberfranken, Gerald Nicklas, die Einstellung von zusätzlichem Forstpersonal auf der gesamten Waldfläche Bayerns. Nur so könne genug für den klimagerechten Umbau der Wälder getan werden. Dieser Gedankengang lässt sich auch im Landkreis Forchheim nachvollziehen.

Langfristige Folgen auch im Landkreis

Über die Auswirkungen klimatischer Veränderungen auf den heimischen Wald um Forchheim wissen Michael Kreppel, Abteilungsleiter Forsten des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bamberg, sowie Stefan Ludwig, Revierleiter in Egloffstein, bestens Bescheid. Gerade in diesem Jahr gibt es hier trotz höherer Niederschläge im Februar und Juni besonders im Süden des Landkreises viel zu tun. Die vergangenen Trocken- und Hitzejahre haben laut Kreppel die Ausbreitung von Fichtenborkenkäfern, Kiefernprachtkäfern und Nadelpilzen begünstigt. Dies zeigt sich beispielsweise vor Ort bei Weingarts. Vor allem bei Fichten und Kiefern gebe es daher große Ausfälle, deren Auswirkungen auch für die Bevölkerung spürbar seien. Das Käferholz müsse zeitnah geschlagen und abtransportiert werden. Die Bevölkerung solle daher Verständnis zeigen, wenn Wanderwege und Forstwege durch höhere Aktivität der Forstwirtschaft zeitweise verschmutzt oder nicht passierbar seien. Anderenfalls könnten langfristig wichtige Waldfunktionen wie Erholung, -Speicherung und Trinkwasser eingeschränkt sein.

Umbau des Waldes

Um dem entgegenzuwirken, müsse man sich vor allen Dingen auf den klimagerechten Umbau des Waldes konzentrieren. Konkret bedeutet dies, dass Baumarten, die Trockenheit und hohen Temperaturen im Sommer trotzen, die aber auch winterlichen Frost vertragen, gepflanzt werden sollen. Gut geeignet seien dafür beispielsweise heimische Baumarten wie die Eiche, die Kirsche oder der Feldahorn. Mit diesen klimatoleranten Baumarten wolle man hauptsächlich neue Schadflächen wieder bestocken und noch intakte Fichten- und Kiefernwälder unterbauen. Dabei sollte unbedingt auch das Prinzip der Naturverjüngung ausgenutzt werden.

Bedarf an Fachkräften

Auch wenn im Landkreis Forchheim schon etwa 800 Hektar des Privat- und Körperschaftswaldes auf diese Weise umgebaut wurden, werde in den kommenden Jahren laut Kreppel und Ludwig enormer Arbeitsbedarf bestehen. Dies hänge vor allem mit der Besitzersituation der Wälder des Landkreises zusammen. Nur ein kleiner Teil des Waldes zählt hier zum Staatswald. Rund 70 Prozent der Waldfläche befinden sich dagegen im privaten Besitz, kleinflächig verteilt auf über 10.000 Waldbesitzer. "Darunter gibt es", erklärt Kreppel, "eine große Anzahl von Personen, die selbst nicht mehr mit der Land- und Forstwirtschaft vertraut sind." Diese Privatbesitzer seien daher auf die Beratung der Bayerischen Forstverwaltung, wie sie Ludwig für das Revier Egloffstein durchführt, und auf die Unterstützung von Waldbesitzervereinigungen und anderen Dienstleistern angewiesen. Auf diesem Feld zeige sich, so Kreppel, jedoch ein Engpass. Mittelfristig helfe es daher auch im Landkreis Forchheim, mehr Forstwirte auszubilden. Auch nach Lösung des akuten Problems der Käferbekämpfung seien professionelle Kräfte noch benötigt, um neu angelegte Kulturflächen zu pflegen und ungeschädigte Waldflächen zu kräftigen. Alternativ könne laut Kreppel und Ludwig auch der Aufbau unterstützender Forstunternehmer oder eine Intensivierung der Fortbildung der einzelnen Waldbesitzer helfen.

Fichtenschäden treten in den letzten Jahren besonders im Südosten des Landkreises, mittlerweile jedoch auf allen Fichtenflächen des Kreises Forchheim, auf. Kiefernschäden gibt es dagegen vor allem in Bereichen mit einem größeren Kiefernvorkommen im westlichen und südwestlichen Bereich des Landkreises, besonders in Hallerndorf, Heroldsbach und Langensendelbach.