Der Parkplatz des Hotels Selau soll nicht mit 16 Einfamilienhäusern bebaut werden. Der Marktgemeinderat erteilte jetzt in seiner ersten Sitzung im neuen Jahr dem Vorhaben einer Fürther Immobilienfirma im "Gewerbegebiet Industriestraße" eine klare Absage.

Mit 15:4 Stimmen lehnte das Gremium unter dem Vorsitz von Bürgermeister Heinz Richter (FWG) eine Änderung des Bebauungsplans von einem "Sondergebiet Freizeit" in ein "Mischgebiet" ab, was aber für eine Wohnbebauung für junge Familien in der Nachbarschaft von Gewerbebetrieben notwendig gewesen wäre. Und das Landratsamt Forchheim lehne eine Festsetzung des Areals als allgemeines Wohngebiet aufgrund der umliegenden gewerblichen Bebauung und der damit einhergehenden Immissionen ab, wie Bauamtsleiter Jochen Cervik dazu anmerkte.
Da man fraktionsübergreifend eine Beschwerdeflut der künftigen Bewohner, spätestens nach einer eventuellen Vergrößerung eines Betriebs, befürchtete und auch Bürgermeister Heinz Richter sein Unwohlsein signalisierte, entschied man sich letztlich für eine klare Ablehnung des Bauvorhabens.

Haus auf Landwirtschaftsfläche

Anschließend aber stimmte der Marktgemeinderat mit 17:2 Stimmen einer Bauvoranfrage auf Errichtung eines Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung und Doppelgarage im 240 Einwohner zählenden Ortsteil Ebersbach zu - und das, obwohl das Grundstück im Außenbereich liegt und im geltenden Flächennutzungsplan als "Fläche für die Landwirtschaft" ausgewiesen ist. Wie das Landratsamt auf Anfrage inzwischen mitteilte, sei dort eine Bebauung nur dann möglich, wenn die Gemeinde die bauleitplanerischen Voraussetzungen dafür erfülle. Obwohl aus dem Gremium heraus zu hören war, dass man besser zuerst Baulücken in der Ortsmitte für eine Bebauung nutzen sollte und der Gemeinderat in anderen Ortsteilen derartige Bauanträge schon abgelehnt hatte, folgten die Ratsmitglieder zuletzt doch noch der Fürsprache des Ebersbacher GDL-Rates Willi Schmitt. Dieser erinnerte an die gerade in den Außenorten drohende Abwanderung.

Ein schon lange von dem Gremium gehegter Wunsch, eine vollständige Aufstellung der gemeindlichen Vermögenswerte zu erhalten, könnte sich in absehbarer Zeit erfüllen. Wie Marktkämmerer Arne Schell der Runde mitteilte, hatte die Forchheimer Kreiskämmerin Carmen Stumpf unlängst bei einer Dienstbesprechung der Kämmerer ein Verbundprojekt zur Erfassung und Bewertung des gemeindlichen Vermögens vorgestellt, an dem bis zu sieben Kommunen im Landkreis Forchheim teilnehmen können. Wie Schell weiter betonte, würden damit aber auch gleichzeitig die Voraussetzungen für eine mögliche spätere Umstellung vom bisher in den Gemeinden üblichen kameralistischen Rechnungswesen auf die Doppik geschaffen.

Projekt würde nicht unerhebliche Kosten mit sich bringen

Allerdings würden dabei auf die teilnehmenden Gemeinden während des auf zweieinhalb Jahre ausgelegten Projektes nicht unerhebliche Kosten zukommen, unter anderem 75 000 Euro im Jahr für die Mitarbeiter, die sich ausschließlich mit dem Projekt beschäftigen.

Das Vorhaben stieß nicht nur auf Zustimmung im Gremium, vielmehr ließen die Mitglieder Skepsis erkennen. So forderte der CSU-Fraktionssprecher Martin Walz vorab eine Analyse der Personalsituation in der Rathausverwaltung, während Bürgermeister Heinz Richter an die angespannte Personalsituation im Rathaus erinnerte: "Mit den vorhandenen Mitarbeitern arbeiten wir bereits absolut am Limit." Beide Bürgermeisterstellvertreter, Martin Mehl (CSU) und Andreas Pfister (SPD), fragten sich, welchen Sinn diese Wertermittlung habe, da die öffentlichen Gebäude, Friedhöfe und Straßen ohnehin nicht verkauft werden könnten. Der Gemeinderat beschloss, diesen Punkt zu vertagen und sich vor einer Entscheidung erst noch ausführlicher mit dem Ganzen auseinanderzusetzen.

In den Haushalt 2015 werden für die Anschaffung von zwei Tragkraftspritzen für die Feuerwehren in Ebersbach und Großenbuch Mittel in Höhe von 25 000 Euro eingestellt. An Zuschüssen sind für die beiden Pumpen insgesamt 7600 Euro zu erwarten.