Wenn der Stiftungsausschuss des Forchheimer Stadtrats tagt, stehen Zahlen und Bilanzen im Mittelpunkt: für die Vereinigten Pfründner-stiftungen, für deren Regiebetrieb Altenheim Katharinenspital, für die Mayer-Franken-Lebert-Stipendienstiftung. Alles geordnet, leichte Überschüsse und mehr liquide Mittel - so kann man die Sachvorträge von Detlef Winkler, Sonja Kohlmann-Huberth und Christiane Drummer zusammenfassen.

Für das Katharinenspital wurde gebilligt: "Die Erfolgsrechnung 2013 schließt mit 73 446,80 Euro ab." Das ist der Jahresgewinn. Allerdings wurde das positive Ergebnis nur erzielt, weil die Pfründerstiftungen aus ihrem Vermögen einen Betriebskostenzuschuss von 109 000 Euro leisteten.
Ansonsten wäre ein Verlust von fast 36 000 Euro entstanden."

"Abhängig von der Stiftung"

Für Kämmerer Gerhard Haagen ist der Betriebskostenzuschuss dem Stiftungszweck geschuldet. Er lag in den Jahren zuvor auch schon deutlich höher, bei fast 150 000 Euro.

Nur 2009 lag er bei 47 000 Euro und 2005 bei 164 000 Euro. Dennoch sehen die Fachleute in ihm einen "Indikator, dass das Heim von der Stiftung abhängig ist". Sie legen nahe, dass der geplante Neubau seine Investitionskosten selbst erwirtschaften müsse.

Unabhängig davon führte die Stadt Pflegesatzverhandlungen. Die durchschnittliche Erhöhung der Pflegesätze beträgt zehn Prozent. "Das bedeutet pro Person und Monat ein Mehr zwischen 200 und 400 Euro", erläuterte der Kämmerer auf eine Nachfrage von Karlheinz Fleckenstein (CSU). "Die Erhöhung beruht auch auf einem besseren Pflegeschlüssel und den dadurch höheren Personalausgaben", ergänzte Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO).

Die neuen Sätze gelten ab 2015. Aber schon heute hat das Katharinenspital im Vergleich mit den Seniorenheimen im Raum Forchheim die höchsten Sätze, sobald der Bewohner in eine Pflegestufe eingestuft ist. 54,34 Euro kostet die Pflege in Pflegestufe eins am Tag.

Dazu kommen noch 10,14 Euro für Unterkunft, 10,18 Euro für Verpflegung und 6,40 Euro Investitionskostenanteil. "Bei einem Einzelzimmer kommen noch zwei Euro pro Tag hinzu", erläuterte Christine Unger von der Heimleitung. Im Monat sind das 2439,90 Euro plus die Investitionskosten, die nach dem Pflegenavigator der AOK zwischen 166,50 und 226,50 Euro liegen.

Dazu zahlt die Pflegekasse monatlich 1023 Euro, sodass ein Heimbewohner 1583,40 Euro dazuzahlen muss. Die meisten Heimbewohner in den Forchheimer Heimen sind in der Pflegestufe eins. Pflegestufe zwei und drei sind die kleineren Gruppen. Durch die höheren Leistungen der Pflegekasse steigen aber die Eigenanteile nicht so stark an wie die Pflegekosten.

Das preisgünstigste Heim in Forchheim ist das des Roten Kreuzes in der Hainbrunnenstraße. Hier liegt der Tagessatz für Pflege, Unterkunft und Verpflegung bei 74,80 Euro.
Zum Vergleich: Beim Katharinenspital beträgt er 81,06 Euro. Vergleicht man dagegen die Kosten in der Pflegestufe null, kostet es im BRK-Heim 49,12 Euro, im Katharinenspital dagegen nur 26,72 Euro pro Tag.

Jörg Creutzer am Schluss

Beide Heime unterziehen sich den Qualitätsprüfungen nach dem Sozialgesetzbuch. Das BRK-Heim erzielte im Bereich Pflege und medizinische Versorgung den Wert 1,9, also gut; das Katharinenspital die Note 1,8.
Wohnen und Verpflegung wurden im BRK-Heim mit 1,7 eingestuft; im Katharinenspital mit 1,4, also sehr gut. Für die Alltagsgestaltung erhielten beide die Bestnote 1,0. Als Gesamtwertung erreichte Das BRK-Heim noch ein "Sehr gut" (1,4); das Katharinenspital nur "Gut" (1,7).
Das Ranking der acht Heime in Forchheim und Umgebung führt das Caritas-Seniorenzentrum St. Martin in Eggolsheim an mit der Bestnote von 1,0. Mit 1,8 (gut) steht das Seniorenzentrum Jörg Creutzer am Ende.