Seit drei Jahren tüfteln die Stadt und der Sportverein SpVgg Jahn Forchheim an einer Lösung: Die Sportler sollen das Jahn-Gelände räumen und sich im Norden ansiedeln; dafür könnte die Stadt mitten in Forchheim mehrere hundert Wohnungen bauen. Entsprechende Pläne hat der Hamburger Investor Dignus bereits im März 2016 vorgelegt. Mittlerweile hat Dignus mit Jahn sogar schon einen Vertrag geschlossen.


Wannwird der Umzug sein

Aber worüber eigentlich, fragte Albert Dorn (SPD) am Donnerstag im Stadtrat? Der Stadtrat reagierte alarmiert, weil am Freitag Abend beim Jahn Sportverein eine große Veränderung anstehe: Der langjährige Vorsitzende Gunter Bierfelder habe seinen Rücktritt angekündigt. "Die Jahn-Umsiedlung ist von immenser Wichtigkeit", sagte Dorn und deutete an, dass der Stadt der Überblick verloren gehen könnte. "Wann wird der Umzug sein? Wie ist der Sachstand? Was ist mit dem Rückübertragungsrecht? Verzichtet die Stadt auf Ansprüche?"
Mit dem Stichwort "Rückübertragungsrecht" schnitt Albert Dorn das wohl heikelste Thema in diesem "Ping-Pong" zwischen Jahn und der Stadt Forchheim an.

Schon Alt-Oberbürgermeister Franz Stumpf hatte immer wieder auf die besondere Schwierigkeit hingewiesen, die folgender Sachverhalt mit sich bringt: In den 1920er Jahren verkaufte die Stadt das Jahn-Gelände an die Sportler unter einer bestimmten Bedingung. Sollte der Jahn das Gelände eines Tages räumen und verkaufen wollen, dann habe die Stadt das Vorverkaufsrecht. Es wurde vor fast 100 Jahren auch ein Preis festgelegt. Der entsprach einer Summe von heute rund 20 000 Euro. Weil aber der Wert des Geländes in der langen Zeit um ein Vielfaches gestiegen ist, können sich Stadt und Jahn nicht einig werden, wer von den beiden Parteien beim Verkauf des Geländes in welcher Höhe profitieren soll.


Ungeklärte Fragen

Daher war auch Gerhard Meixner (FGL) "total erstaunt". All die ungeklärten Fragen des Rückübertragungsrechtes müssten im Kaufvertrag festgehalten werden. "Wie kann Jahn Forchheim einen Vertrag mit dem Investor abschließen, ohne der Stadt Forchheim diesen Vertrag zu zeigen?" Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) sagte, er könne den Vertrag aus dem einfachen Grund "nicht kommentieren, weil ich nicht weiß, was drin steht". Der OB verwies lediglich auf den Beschluss vom März vergangenen Jahres: Das Geld, das ein Investor für das Jahn-Gelände bezahle, werde auf ein Sperrkonto überwiesen. Mit dem Geld würden dann jene Flächen im Stadtnorden gekauft, auf denen sich der Jahn und auch der ATSV Forchheim ansiedeln wollen. Was diesen Umzugsprozess betrifft, sagte Kirschstein: "Wir sind mitten im Dialog."

Albert Dorn machte sich "Sorgen, dass der Deal mit dem Investor scheitert, wenn kein runder Tisch geschaffen" werde. Er appellierte an Kirschstein, diesen runden Tisch zu organisieren. Gerhard Meixner mutmaßte, "dass die Mitglieder von Jahn Forchheim beginnen, den Beschluss des Stadtrates umzudeuten". Diese Umdeutung könnte laut Meixner mit dem irrtümlichen Anspruch verbunden werden, das Jahn-Gelände günstig zu erhalten. Meixner sprach von einem "37 000 -Euro-Anspruch des Jahn".

Der CSU-Rat Udo Schönfelder versuchte Dorn und Meixner zu besänftigen, indem er mit Insiderkenntnissen aus dem Jahn-Vorstand argumentierte: "Der Jahn verhandelt jetzt seit über drei Jahren. Mit dem Kaufvertrag provoziert der Jahn nicht, er wollte sich nur endlich perspektivisch weiterentwickeln. " Schönfelder bezifferte den Wert des Rückübertragungsrechtes auf 3,5 Millionen Euro. Und versicherte, dass die Stadt durch den Vertrag zwischen Dignus und Jahn "keinerlei Risiko trägt". Sämtliche aufschiebende Bedingungen seien in den Vertrag eingearbeitet.