Das Bundesverkehrsministerium gibt dafür 43 Millionen Euro aus.

Eine Reduzierung des Verkehrslärmes um 75 Prozent versprach der Bayerische Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) beim Spatenstich für die Lärmschutz-Optimierung entlang der Autobahn A 73 zwischen Forchheim-Nord und Forchheim-Süd. Rund 43 Millionen Euro hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) dafür gebilligt.

"Der Verkehrslärm darf nicht die Lebensqualität der betroffenen Bürger beeinträchtigen", unterstrich Innenminister Herrmann. Ihn soweit wie möglich zu reduzieren, sei daher eine Herzensangelegenheit von ihm.


Dreifacher Lärmschutz

Zusammen mit Dorothee Bär (CSU), der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, informierte Herrmann über die geplanten Bauarbeiten an der A 73.
Demnach besteht das Lärmschutzkonzept aus drei Komponenten. An der Westseite der A 73 werden auf einer Länge von 1,7 Kilometern bis zu sieben Meter hohe Lärmschutzwände errichtet. Auf der Ostseite schirmen auf rund 3,5 Kilometern bis zu 8,5 Meter hohe Wälle und Wände den Lärm ab. Zudem wird auf rund 2,4 Kilometern ein lärmmindernder Straßenbelag aufgebracht. Zudem, erklärte Dorothee Bär, hätten einige Anspruch auf passiven Lärmschutz.


Bauarbeiten bis 2018

Der Zeitplan sieht im ersten Bauabschnitt bis November dieses Jahres die Errichtung der Lärmschutzwände auf der Westseite vor. Nächstes Jahr soll der Lärmschutz auf der Ostseite realisiert und der Flüsterasphalt auf der Fahrbahn Richtung Bamberg aufgebracht werden. 2018 folgt der lärmmindernde Fahrbahnbelag in Richtung Erlangen.

Notwendig geworden ist der zusätzliche Lärmschutz, weil die Verkehrsbelastung auf der Strecke enorm zugenommen hat. Den Anstieg von prognostizierten 13 500 auf derzeit 48 000 Fahrzeuge am Tag nannte Bär "besonders krass". Dazu Innenminister Herrmann: "Die Bedeutung der Autobahn A 73 spiegelt sich in diesem Verkehrsaufkommen wider." Dies sei auch eine Folge der Deutschen Wiedervereinigung. Der Lärmschutz der 1980 frei gegebenen Autobahn sei nicht auf das vervielfachte Verkehrsaufkommen ausgelegt gewesen.


Bekenntnis zur Mobilität

Innenminister Herrmann bekannte sich zur gestiegenen Mobilität. Ohne die A 73 hätte Siemens wohl nicht in dem Umfang in Forchheim investiert wie das geschehen sei, und auch die Logistiker hätten sich wohl nicht in Forchheim angesiedelt, mutmaße Herrmann. Er zeigte sich erleichtert, dass für Forchheim nun der bestmögliche Lärmschutz realisiert werden könne.

Staatssekretärin Dorothee Bär unterstrich, dass die freigegebenen Millionen hier gut investiert seien. Im Zuge der bevorstehenden Arbeiten, die Bär als Abschiedsgeschenk für Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) apostrophierte, würden auch andere dringend notwendige Maßnahmen umgesetzt. So werden der Fahrbahndamm saniert und sechs Unterführungsbauwerke erneuert. "Auch die Entwässerung wird auf den neuesten Stand gebracht", versprach Innenminister Herrmann, der auch einen zusätzlichen Lärmschutz an der A 73 bei Baiersdorf in Aussicht stellte. An den Plangenehmigungsunterlagen werde mit Hochdruck gearbeitet. "Es geht aufwärts", formulierte es der Bayerische Innenminister.

Erleichtert zeigte sich Staatssekretär Thomas Silberhorn (CSU). Bereits sein Vorgänger MdB Gerhard Scheu (CSU) habe sich um einen verbesserten Lärmschutz entlang der Autobahn eingesetzt. "Wir haben in all den Jahren nicht lockergelassen", sagte Silberhorn. Diese Hartnäckigkeit haben sich ausgezahlt. Die Forchheimer, die tagtäglich unter dem Lärm zu leiden hätten, könnten nun in eine ruhigere Zukunft sehen.

Der Bayerische Innenminister machte auch deutlich, dass in Sachen Bundesverkehrswegeplan das letzte Wort noch nicht gesprochen sei. "Den wollen wir nicht so einfach abhaken" ließ Herrmann Raum für Spekulationen.
Er unterstrich, dass im Rahmen des Ausbaus der ICE-Strecke der S-Bahn -Halt Forchheim-Nord gebaut werden müsse. "Es vergeht keine Woche, ohne dass mich Michael Hofmann daran erinnert", stellte Herrmann mit Verweis auf den Forchheimer CSU-Landtagsabgeordneten fest.