Ein schleichendes Sterben der Parkanlagen beobachtet Albert Dorn. Der SPD-Stadtrat nahm die Umgestaltung der Parkanlage an der Klosterstraße zum Anlass, um die "Aufenthaltsqualität in der Altstadt zu hinterfragen". Im Umweltausschuss am Montag merkte Dorn an, dass allein in der Nähe des Bahnhofs in jüngerer Zeit zwei Ruhezonen verschwunden sind: Der "Rosenpark" musste dem Gemeindehaus St. Johannis weichen. Und auf der gegenüberliegenden Straßenseite verschwand eine Grünanlage zugunsten eines Jugendtreffs, erinnerte Dorn.

Nun werde die Anlage zwischen Kloster- und Eisenbahnstraße zwar zur Spielfläche für Kinder umgebaut - "aber ein Park zum Reinsetzen ist es nicht mehr", kritisierte Albert Dorn. "Wenn Sie Kinder haben, dann schon", erwiderte Stadtplaner Alexander Dworschak. "Aber es fehlen die ruhigen Nischen in der Stadt", beharrte der SPD-Stadtrat. Aufenthaltsqualität sei fast nur noch in jenen Gegenden Forchheims zu haben, "wo man Geld ausgeben muss, um sich niederzulassen".

Die Erneuerung der Grünanlage nördlich der Klosterstraße weckte die Skepsis auch bei anderen Stadträten. So lobte Josua Flierl (CSU) zwar die "sehr ansprechende Gestaltung" (Hecken, Brunnen, Bäume und Pergola), aber er konnte sich nicht vorstellen, woher die Kinder kommen sollen, um die zwei geplanten Spielplätze zu nutzen.

Wo sind die 140 Kinder?

Stadtplaner Dworschak hatte herausgefunden, dass schon jetzt im Radius von 100 Metern 75 Kinder leben, die zwischen einem und sechs Jahre alt sind; und 65 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. Wenn die Wohnanlage im Klostergarten fertig sei, kämen weitere Kinder hinzu, sagte Dworschak.

Bisher könne er als Anlieger lediglich "Menschen mittleren Alters" beobachten, die die Grünanlage "zum Grillen und Ähnlichem nutzen", sagte Josua Flierl.

Mathilde Hartmann und Holger Lehnard (beide CSU) meldeten zudem grundsätzliche Bedenken an. Ein Spielplatz an dieser "gut befahrenen Straße" sei fragwürdig, fand Lehnard. Auf einen "von Autos umgebenen Spielplatz" würde sie ihre Kinder nicht schicken wollen, ergänzte Hartmann. Schulpflichtige Kinder müssten in einer Stadt "lernen, alleine zum Spielplatz zu gehen", meinte dagegen Sabine Dittrich (FGL).

Unterschiedliche Auffassungen gab es im Planungs- und Umweltausschuss auch in punkto Finanzierung. Stefan Schick (CSU) fand es ärgerlich, zwei Tage vor den Haushaltsberatungen über eine Parkgestaltung zu debattieren, "ohne dass eine Summe bekannt ist". Edith Fießer (FGL) rief in Erinnerung, dass einst die Sparkasse als Geldgeber für die Umgestaltung genannt wurde. Auch Manfred Hümmer (FW) regte an, dass dieser "große Arbeitgeber mit Ruhebedürfnis" den Park vor seiner Haustür als "Ruhezone" nutzen, Liegen aufstellen und die Gestaltung entsprechend mitfinanzieren könnte.

Thomas Pötsch, Marketingchef der Sparkasse, sagte auf Nachfrage: "Die Sparkasse wird ihren Beitrag leisten." Über dessen Höhe zu sprechen, sei zu früh. Denn durch die aktuellen Pläne sei ein "neuer Kontext" entstanden; mittlerweile gehe es ja nicht mehr nur um die Gestaltung des Parks, "sondern um das ganze Areal der Klosterstraße", betonte Thomas Pötsch.