Die Kersbacher Bürger mussten einen 1000 Meter langen Weg vom Pendlerparkplatz zum Bahnsteig befürchten. Seit Donnerstag müssen sie das nicht mehr. Die Deutsche Bahn hat umgedacht. Die nun geplante "Tunnel-Rampen-Lösung" bedeutet im wahrsten Sinne des Wortes einen Durchbruch beim ICE-tauglichen Ausbau des Kersbacher Bahnhofes.

Entsprechend gelöst war am Donnerstag die Stimmung bei Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) und Rainer Thieme, dem Sprecher der Kersbacher Bürgerinitiative (BI) "Lebenswertes Forchheim".

Dank des Beharrungsvermögens engagierter Kersbacher und des Oberbürgermeisters wird nun jener Vorschlag realisiert, den die BI seit langem propagiert: Von der Ostseite des Bahnhofes wird eine halbseitige Unterführung zum Mittelbahnsteig führen. "Stolz" sei er - und "angenehm überrascht", dass die Bahn auf den Vorschlag eingegangen sei, sagte OB Stumpf.
Das komme schließlich nicht alle Tage vor, dass "die Bahn während des Verfahrens dem eigenen Verfahren in den Rücken fällt."


4,5 Millionen Euro gespart
Ein Glücksfall ist das neue Konzept für die Stadt auch deshalb, weil die Bahn den Tunnel finanziert. "Das spart der Stadt rund 4,5 Millionen Euro", freute sich Franz Stumpf. Auch Bauamtschef Gerhard Zedler zeigte sich erleichtert, dass die "Brückenerschließung" vom Tisch ist und dass "die beste Lösung" verwirklicht werde.



Einzige Bedingung der Bahn: Die Stadt muss einen "Aufstellungsbeschluss" für den nordöstlich gelegenen Pendlerparkplatz vorlegen. Der Planungsausschuss will am Montag, 20. Januar, die Voraussetzungen in Form eines Bebauungsplanes beschließen.

Und jetzt sind die Bürger gefragt. Rainer Thieme appellierte, die Unterlagen des Planfeststellungsverfahrens intensiv zu studieren, "um das eigene Recht zu wahren". Zudem sollten die Anwohner rund um die Baustelle (der Baubeginn steht allerdings noch nicht fest) "den Zustand ihrer Häuser dokumentieren". Die Erschütterungen durch den Baubetrieb könnten zu Schäden führen, die später nur durch eine entsprechende Dokumentation nachweisbar seien.


Alle sind aufgefordert
Auch Franz Stumpf mahnte, dass sich die Bürger nicht auf die Stadt verlassen sollten, wenn es etwa um den Lärmschutz geht. Nicht nur Hauseigentümer, auch Mieter seien gefordert: Das Recht liege nicht bei der Stadt. "Was jetzt nicht vorgebracht wird, das wird so behandelt, als wäre es nicht da."