Die Handwerker sind nach neun Monaten wieder draußen. Die Kinder und Betreuerinnen haben ihr Reich wieder ganz für sich - ein schöneres, größeres Reich. Der Kinderkrippen-Anbau im Gemeindekindergarten Kunreuth ist abgeschlossen. Pünktlich zum Beginn des Kindergartenjahres 2017/18 konnten die Jüngsten die neuen Räume beziehen.

Zwölf Plätze stehen für sie zur Verfügung. Kunreuth hat erkannt, dass sich im Betreuungsanspruch vieles verändert hat. Man nicht mehr weitermachen könne wie bisher. Doch man habe reagiert und sich für einen Erweiterungsbau der Kindertagesstätte entschlossen.

Die Kosten belaufen sich auf etwa 690 000 Euro - bezuschusst mit 70 Prozent. Viel Geld für die Gemeinde, doch es hat sich gelohnt. Am Sonntag gaben Pastorin Brigitte Müller und Pfarrer Alfred Beißer den neuen Räumen den kirchlichen Segen. Beim ökumenischen Gottesdienst mit dem Thema "Stark wie ein Baum" und anschließendem Festakt, musikalisch umrahmt vom Kunreuther Posaunenchor unter Romy Wager, drängten sich in den neuen Räumen Eltern, Architekten, Vertreter der bauausführenden Firmen sowie Gemeinde- und Kreisvertreter geradezu, unter ihnen auch Landrat Herrmann Ulm, selbst ein Kunreuther.

Doch nicht zuletzt die Wichtigsten des Tages: die Kinder. Mit ihnen waren zum Festgottesdienst Lieder und ein kleiner Rückblick auf die Bauphase einstudiert worden. Was sie da alles erlebt und gesehen hatten. Ein reizender Anblick, als sie dazu kleine Spielzeugbagger oder -kräne hochhoben und herzeigten. Aber auch als sie zum Gitarrenspiel von Pastor Jochen Müller sangen, klatschten und voll bei der Sache waren.

"Es konnte ein Haus fertiggestellt werden, für das Gott das Gelingen gegeben hat", sagte Pastorin Müller an diesem besonderen Tag. Ausgehend vom Gottesdienstthema wünschte sie den Kindern, "dass sie unbeschwert und froh aufwachsen können. Dass ihnen die Zeit gegeben werde, wachsen und stark werden zu können wie ein Baum und sich zu Persönlichkeiten entwickeln zu können, die aufrecht, gerade und stark wie ein Baum sind".
Im Eingangsbereich konnte ein an die Wand gemalter großer Baum bewundert werden. Er war kahl. Das hatte aber auch seinen Sinn: Während des Gottesdienstes wurden gepresste Blätter verteilt. Mit Namen und Wünschen versehen, durften sie von Kindern und Erwachsenen an die leeren Äste des Baumbildes geklebt werden. Der Ansturm war riesig.

"Wir haben gutes geleistet", betonte Bürgermeister Konrad Ochs beim Festakt. "Wir dürfen heute sehr stolz auf unsere Kindertagesstätte hier in Kunreuth sein". "Glückwünsche zu diesem schönen Anbau" kamen auch von Landrat Ulm. Wegen der großen Nachfrage sei die Zeit da, gute Betreuungsmöglichkeiten vorzuhalten. Kunreuth sei da immer mit vorn dran, auch was die Geburtenrate angehe. "Weiter so", sagte er dazu scherzhaft.

Mit dem Wunsch nach "einem guten Start" überbrachte Christian Drummer von der Volksbank Forchheim einen symbolischen Scheck von 1000 Euro mit, den er an Bürgermeister Ochs und Kindergartenleiterin Sabine Duddeck übergab.

Eine Bibel hatte Pastor Müller von der evangelischen Kirchengemeinde mitgebracht. Das Schlusswort war Leiterin Duddeck vorbehalten. Darin machte sie deutlich, wie wichtig diese neuen Räume für das Alltagsleben und -erleben von Kindern, Erzieherinnen, Eltern und Gästen seien. Darin finden Kontakte statt, in ihnen wird Wohlbefinden und Geborgenheit ermöglicht, um die gesunde Entwicklung von Kindern nachhaltig zu prägen. "

Bei einem anschließenden Rundgang mit Leiterin Duddeck konnten die neuen Räume in Ruhe betrachtet werden. Entstanden sind moderne, große helle Räume, die durch Holz richtig anheimelnd wirkten. Dazu Waschgelegenheiten, Toiletten, Ruheraum sowie eine Küche mit integriertem Essraum. Auch ein Außenspielgelände gehört dazu.

Für den Rest des Tages herrschte ein quirliges Treiben in der Kita, und die Kinder waren bei einem bunten Programm mit allerlei Spielen und Basteleien beschäftigt. Doch was zu beobachten war: Die Bedürfnisse der Kinder nach Bewegung und Erlebnissen mit allen Sinnen waren, sind und werden immer die gleichen bleiben.