Soll das Merkel-Grundstück, der ehemalige Gasthof "Waldeslust", gekauft werden? Wie weit muss die Toilette im sanierten Leichenhaus des Gaiganzer Friedhofes barrierefrei sein? Soll bei der Erweiterung des Effeltricher Kindergartens eine Zisterne zur Nutzung des Regenwassers gebaut werden? Diese Themen kamen bei der jüngsten Sitzung des Effeltrichers Gemeinderates auf den Tisch.

Bürgermeister Peter Lepper (FW) hatte bei Vorbesprechungen den Vertretern der Vereine mitgeteilt, dass zwar Mittel zum Erwerb des Anwesens in den nächsten Haushalt eingestellt worden seien, dass jedoch die Sanierung des Gebäudes wegen anderer Projekte in den nächsten Jahren nicht finanzierbar sei. Dennoch haben nach wie vor verschiedene Effeltricher Vereine Interesse an der Nutzung des Anwesens bekundet. Sie haben zu erkennen gegeben, dass sie sich finanziell beteiligen wollen, sei es durch Mietzahlungen, durch Hand- und Spanndienste oder durch das Auffinden von Fördermöglichkeiten. So schlugen sie etwa vor, die Gaststube und die Küche, die zuletzt Mitte der 2000er Jahre instandgesetzt worden seien, für private Feiern zu vermieten oder für die monatlichen Vereinstreffen zu nutzen.

Architekt ins Boot geholt

Bürgermeister Lepper nahm daraufhin mit dem Architekturbüro Norbert Siewertsen (Baiersdorf) Kontakt auf, um herauszufinden, ob das Gebäude ohne großen Aufwand in einen Zustand versetzt werden könne, der eine teilweise Nutzung ermögliche. Inzwischen hat sich gezeigt, dass einige problematische Punkte abgeklärt werden müssen, wenn man sicher gehen will, dass das Landratsamt die Nutzungsänderung des Anwesens genehmigt. Kritisch sind beispielsweise der Brandschutz, der Emissionsschutz, die Zahl der vorhandenen Stellplätze und die Zustimmung der Nachbarn. Deshalb hat Norbert Siewertsen in der Sitzung empfohlen, beim Landratsamt eine Bauvoranfrage einzureichen, um abzusichern, dass das neue Nutzungskonzept "Haus der Vereine" genehmigungsfähig ist. Die Erstellung der förmlichen Bauvoranfrage würde rund 8000 Euro kosten.

Klare Mehrheit für Erwerb

In der folgenden lebhaften Debatte wurde klar, dass zwar alle Räte für den Erwerb des Merkel-Anwesens waren, einige aber die förmliche Bauvoranfrage für überflüssig hielten. Andere nahmen Anstoß daran, dass die voraussichtlichen Sanierungskosten bisher nicht bekannt seien und man deshalb auch nicht abschätzen könne, ob Förderung durch das Städtebauförderungsprogramm möglich sei.

Nachdem Norbert Siewertsen darauf hingewiesen hatte, dass die Städtebauförderung nur in Bezug auf ein bestimmtes Konzept beantragt werden könne, änderten etliche Räte ihre Position, so dass mit großer Mehrheit beschlossen wurde, die Bauvoranfrage durchführen zu lassen. Der Bauantrag für den Umbau und die Sanierung des Leichenhauses auf dem Gaiganzer Friedhof ist von Klaus Wilde vom gleichnamigen Architekturbüro in Erlangen fertiggestellt worden. Ehe er eingereicht werden kann, musste der Gemeinderat noch einer geringfügigen Abweichung von den bisherigen Planungen zustimmen. Es war angedacht worden, das bisherige kleine und nur über eine Treppe erreichbare WC durch ein ebenerdiges, größeres und barrierefreies Sanitärgebäude zu ersetzen.

Keine automatischen Türen?

Nun schlug der Architekt vor, auf ein weiter-meldendes Notrufsystem und auf kraftbetätigte Türen, die sich automatisch öffnen und schließen, zu verzichten. Auf dem Friedhof könne man davon ausgehen, dass eine behinderte Person bis zum Eingang des WCs von einer Hilfsperson begleitet würde. Da die Toilette in Bezug auf ihre Dimensionierung barrierefrei ist, erteilte der Gemeinderat einstimmig sein Einvernehmen mit den leicht abgeänderten Planungsunterlagen. Schließlich stand noch eine Entscheidung darüber an, ob im Zuge der Kindergartenerweiterung eine Betonzisterne mit einem Fassungsvermögen von rund 8000 Litern gebaut werden soll. Inklusive der notwendigen Pumpen und Rohre würden sich die Kosten auf etwa 7000 Euro belaufen.

Da die Regenwassernutzung für WC-Spülungen bei den Räten sofort auf Ablehnung stieß, wurde nur die Möglichkeit der Gartenwässerung in Trockenzeiten diskutiert. Bettina Brechelmacher (DEL) erwähnte, dass man, selbst wenn das gesammelte Wasser für die ganze Trockenzeit ausreiche, immer eine Person brauche, die es auf die Beete und Büsche im Garten verteilt. Einige Räte fanden die Kosten zu hoch: Selbst nach einer Erhöhung der jetzigen Wasserpreise rechne sich das nicht. Es sei sicher günstiger, das Wasser zum Gartenwassertarif von der Leithenberg Gruppe in Anspruch zu nehmen und eine automatische Bewässerungsanlage installieren zu lassen, die etwa 2500 Euro kosten würde.

Ökologische Gesichtspunkte flossen durchaus in die Diskussion ein, konnten sich aber nicht durchsetzen, so dass der Gemeinderat mit großer Mehrheit für die Bewässerungsanlage votierte.