Er sei in Ebermannstadt und in der Fränkischen Schweiz wandern gewesen. "Eine sehr schöne und reizvolle Gegend", die er immer wieder sehr gerne besuche, bestätigt ein Urlauber namens Josef Niedermayer in einer E-Mail an die Stadtverwaltung Ebermannstadt. Der Gast, der seinen Herkunftsort verschwiegen hat, bringt aber auch jede Menge Kritik vor.

So stört sich der Gast daran, dass es in Ebermannstadt und der Fränkischen Schweiz kein Internetcafe oder öffentliches Internet gebe. Internetsurfen über das Handy oder Smartphone sei manchmal etwas umständlich, besonders, wenn man keinen oder nur schlechten Empfang habe. "Das gibt es leider in der Fränkischen Schweiz sehr häufig", klagt der Urlauber.

Irritiert zeigt sich der Gast auch, dass es mittlerweile in Ebermannstadt keinen "Cashgroup-Automaten" mehr gibt. Deutsche Bank, Commerzbank, Hypovereinsbank und Postbank hatten sich bei der Bargeldversorgung ihrer Kunden zusammengeschlossen, betreiben aber weder eine Filiale noch einen Geldautomaten in Ebermannstadt. "Die Unicredit-Hypovereinsbank-Filiale in der Schulstraße 6 hat ja letztes Jahr geschlossen", bedauert Niedermayer, der auch kritisiert, dass bei der Postagentur Textil-Winkler, Am Marktplatz 10, die Parkmöglichkeiten sehr beschränkt seien und sie keinen Postbank-Geldautomaten hat.


Schlechter Handy-Empfang

Mit der Karte Geld abheben, sich dafür anstellen und warten, bis andere Leute ihre Briefe und Pakete abgegeben haben, das sei antiquiert. Die zur Cashgroup gehörenden Kunden der Hypovereinsbank, der Commerzbank oder der Deutschen Bank bekämen dort überhaupt kein Geld. Außerdem seien die Geschäftszeiten der Postagentur (Montag bis Freitag von 8.30 bis 12 und von 13 bis 17 Uhr, sowie samstags von 8.30 bis 13 Uhr) alles andere als kundenfreundlich.

"Was mich auch noch gestört hat", schreibt Niedermayer, ist der "grottenschlechte Handy-Empfang mit allen vier Handy-Netzen in der Fränkischen Schweiz. Selbst beim Marktführer Telekom (D1, T-Mobile) habe er beim Wandern einen zu schlechten Empfang, um telefonieren zu können.

Das könne doch heutzutage in einem hoch entwickelten Land wie Deutschland nicht mehr sein. Seine Frau habe mit dem Netz von Vodafone und E-Plus keine besseren Erfahrungen gemacht. "Da ist ja selbst in einem Entwicklungsland in Afrika oder Asien inzwischen der Empfang besser als bei Ihnen in den Dörfern oder Wäldern rund um Ebermannstadt", empört sich Beschwerdeführer Niedermayer. und er philosophiert: "Wenn da mal ein Notfall wäre, ob das Handy dann immer funktionieren würde ohne Netzempfang? Ich bezweifle das!"

Niedermayer argwöhnt: "Die Handynetz-Betreiber sind wohl zu faul oder zu geizig, um zu investieren und etwas Geld in den Netzausbau in ländlichen Regionen zu stecken, wo nur wenig Leute wohnen." In Gebirgsregionen in Norditalien sei der Handy-Empfang viel besser gewesen, obwohl dort auch nicht mehr Leute wohnten. Auch dort gebe es viele Wälder, Täler und Senken.


Will nicht nörgeln

Er wolle nicht rumnörgeln, versichert der Gast, empfiehlt aber: "Diese Sache sollten Sie baldmöglichst abstellen!" Ebermannstadt sei schließlich das Zentrum der Fränkischen Schweiz. Andernfalls könnten die Touristen ausbleiben, fürchtet Niedermayer, der auch den Briefmarken-Automaten an der ehemaligen Post in der Bahnhofstraße 12 vermisst. "Letztes Jahr war dieser Briefmarken-Automat noch vorhanden und man konnte sich zu jeder Tages- und Nachtzeit Briefmarken ziehen", bedauert der Gast, der seine Kritik flächendeckend per E-Post versandt hat.

Im Namen von Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) bezieht Andreas Kirchner von der Stadtverwaltung Ebermannstadt Stellung zu den Vorwürfen. Er räumt ein, dass es in Ebermannstadt zwar keinen öffentlich zugänglichen Rechner mit Internetanschluss gebe. "Dafür haben Sie dank der Freifunk-Initiative die Möglichkeit, im Innenstadtbereich mit Ihrem Tablet oder Smartphone kostenfrei, unbegrenzt, kennwortlos und äußerst einfach online zu gehen", antwortet Kirchner, der den Gast auf die Internetadresse freifunk-ebs.de verweist. Der Bestand an Internetcafés sei bundesweit rückläufig, weil immer öfter kostenfreies W-LAN zur Verfügung gestellt werde.
Zum Thema Cashgroup-Geldautomaten verweist Kirchner auf Angaben der Bank, die den Betrieb eines Automaten als unwirtschaftlich eingestuft habe. Das gelte auch für den Briefmarken-Automaten. Leider habe die Stadt hier keinerlei Einflussmöglichkeiten. Beim Thema Handyempfang verweist Kirchner auf die aktuellen Bemühungen des Landkreises Forchheim, gemeinsam mit den Kommunen geeignete Standorte für Sendemasten zu finden, um die Abdeckung zu verbessern.


Begrenzter Einfluss

Kirchner räumt ein, dass die Antworten auf die Beschwerden nicht wirklich zufriedenstellend seien. Doch seien das Themen, die sich weitestgehend dem Einfluss einer Kommune entziehen.

Abgesehen davon sei Ebermannstadt bemüht, als gastliches Ziel für Erholungssuchende attraktiv zu bleiben. Im Zuge des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes seien im Handlungsfeld "Tourismus und Ausflugsverkehr" ausreichend Projekte und Maßnahmen dokumentiert, die den Tourismus-Standort Ebermannstadt sichern und stärken sollen.

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