Nicht nur die Moderatoren Michael Memmel (FT-Redaktionsleiter in Forchheim) und Frank Ebert (TV Oberfranken) hatten Fragen an die vier OB-Kandidaten. Auch die 270 Zuhörer in der Aula des Herder-Gymnasiums wollten von Ulrich Schürr (CSU/JB), Manfred Hümmer (FW), Uwe Kirschstein (SPD) und Klaus Backer (FOF) jede Menge wissen.

Die Feuerwehrhäuser in Forchheim sind veraltet - was tun? Die Antwort des Quartetts fiel beinahe unisono aus: Der Feuerwehr-Bedarfsplan sei in Auftrag gegeben, er werde die Lösungen bringen. Auch die Frage, ob der künftige Oberbürgermeister die "Problematik der Friedhofsgebühren nochmals aufgreifen" werde, beantworteten die potenziellen Oberbürgermeister im Kern gleich: Es werde so lange geprüft, bis alle Einwände der Interessengemeinschaft, die das Thema hinterfragt, vom Tisch sind.


"Monströses Mischmasch"

Und was soll am Paradeplatz mit der optischen Gestaltung und mit dem Verkehr passieren? Ein Entwicklungskonzept habe er "noch nicht in der Tasche", sagte Kirschstein; aber er favorisiere "einen kleinen Viktualienmarkt für Forchheim".

Backer sagte, er habe dazu eine "extreme Meinung": das "monströse Mischmasch" aus Geschwindigkeitsbegrenzungen in der Stadt müsse grundsätzlich behoben werden. Auch Manfred Hümmer brandmarkte den "verkehrspolitischen Irrsinn" und lenkte den Fokus auf einen "gesamtheitlichen Ansatz": Der Paradeplatz müsse als Einheit mit dem Marktplatz bis hin zur Bamberger Straße gesehen werden. Für Ulrich Schürr war es dagegen mehr der "graue" Anblick des Paradeplatzes, den er verändern möchte: "Grün und frisch" müsse der Platz künftig aussehen - Schürr sprach sich für eine "Frischzellenkur" am Paradeplatz aus.

Bei der vierten Frage aus dem Publikum, schien sich Ulrich Schürr erst einmal zurücklehnen zu können, denn es ging um die künftigen Mehrheiten im Stadtrat. Sie nicht zu haben, sei "überhaupt kein Problem", meinte der unabhängige OB-Kandidat Klaus Backer. Er berief sich auf die Erfahrungen des amtierenden CSU/WUO-Oberbürgermeisters Franz Stumpf. Der habe laut eigener Aussage seine besten Jahre am Anfang erlebt, als er sich die Mehrheiten neu suchen musste, erinnerte Backer. Manfred Hümmer sah es "ähnlich wie Backer".

Die "Kraft des besseren Argumentes" werde siegen. "Da unterscheiden wir uns nicht", sagte auch Kirschstein: Er wolle nicht OB werden, um es einfach zu haben. Dazu wollte Ulrich Schürr dann doch auch etwas sagen. Der im Stadtrat mit Mehrheiten privilegierte CSU/JB-Kandidat betonte: Bei einem "modernen Politik-Ansatz" gehe es immer darum, sich Mehrheiten zu suchen. "Es geht nicht darum, Mehrheiten abzuzählen."