Im Februar hatte Peter Dorscht noch gesagt, er könne sich vorstellen, Landrat zu werden. Dann führte der Kreisvorsitzende der Freien Wähler einen engagierten Wahlkampf um ein Mandat für den Bundestag. Und jetzt hat der Rechtsanwalt aus Wiesenttal sämtliche politischen Ambitionen aufgegeben: Peter Dorscht hat sein Amt als Vorsitzender der Freien Wähler im Landkreis Forchheim niedergelegt.

Dorscht wortkarg

Dem FT gegenüber war Peter Dorscht gestern sehr wortkarg. Fragen über seine politische Zukunft und über die Motive seines Rücktritts beantwortete er nur mit einem Satz: "Ich möchte mich dazu nicht äußern."

Dabei ist es seit der Mitglieder-Versammlung vom 6. November kein Geheimnis mehr, dass Dorscht nicht mehr der Vorsitzende der Freien Wähler sein will.
Angeblich hat es im Vorfeld seines Rücktrittes "keinen Ärger gegeben". Das sagt der stellvertretende FW-Kreisvorsitzende Karl Germeroth. Dorscht habe sich aus beruflichen Gründen aus der Politik zurückgezogen.

Und auch die Nachfolge von Peter Dorscht ist kein Geheimnis mehr. "Wir haben zwei Stellvertreter, es liegt nah, dass einer der beiden kandidiert", verrät Karl Germeroth. Und ergänzt, dass er selbst nicht antrete: "Es wird wohl auf Manfred Hümmer hinauslaufen."

Hümmer ohne Gegenkandidat

Noch deutlicher sagt es Richard Gügel, der Pressereferent der Freien Wähler: "Manfred Hümmer wird am 27. November als Kreisvorsitzender vorgeschlagen. Und er wird es auch werden. Es gibt keine Gegenkandidaten."
Dieses Statement wollte der Forchheimer Stadtrat, Kreisrat und Oberbürgermeister-Kandidat der Freien Wähler gestern nicht kommentieren. "Es wird eine demokratische Wahl geben", sagt Manfred Hümmer. Im Vorfeld werde er sich nicht dazu äußern.

Auch bei Äußerungen über den Kandidaten für die Landratswahl sind die Freien Wähler zurückhaltend. Der amtierende FW-Landrat Reinhardt Glauber wird bekanntlich nicht mehr antreten. Und während die CSU mit Hermann Ulm ihren Kandidaten seit Monaten benannt hat, machen die Freien Wähler aus ihrem noch immer ein Geheimnis.

Sicher ist, dass der oft genannte Heinz Richter nicht ins Rennen gehen wird. Der FW-Bürgermeister aus Neunkirchen am Brand betont, dass er gerne weitere sechs Jahre als Bürgermeister der Marktgemeinde Neunkirchen arbeiten möchte. Tatsächlich sei er "x-mal" angesprochen worden, als FW-Landrat zu kandidieren. "Aber das wäre nicht gut für die Kommune. Man kann als Bürgermeister in sechs Jahren nicht alles umsetzen und ich habe in Neunkirchen in den nächsten sechs Jahren noch viel vor."

Gleichzeitig weist Heinz Richter darauf hin, dass der FW-Kandidat für die Landratswahl feststehe und am Mittwoch, 27. November, bekannt gegeben werde.

Wie Heinz Richter verrät auch Richard Gügel den Namen des Kandidaten nicht. Doch der FW-Kreisrat aus Heroldsbach macht Anspielungen: "Eine Koryphäe und ein Forchheimer Urgewächs" sei der Landratskandidat. Er komme nicht aus den Reihen der Freien Wähler, sagt Richard Gügel. Und prophezeit: "Der ganze Landkreis wird staunen."