Der Markt Gößweinstein nimmt weiterhin am Bayerischen Mobilfunkförderprogramm teil. Dieser Beschluss des Marktgemeinderats war einstimmig und ohne Diskussion gefasst worden. Als es dann jedoch darum ging, einer Vermietung eines Teils eines Grundstücks in der Gemarkung Gößweinstein zur Errichtung eines etwa 40 Meter hohen Mobilfunkmasten zuzustimmen, brach eine rege Diskussion im Rat aus. Denn dieses gemeindliche Grundstück liegt unmittelbar neben dem Höhenschwimmbad im letzten Winkel des oberen Parkplatzes. "Für was brauchen wir so einen Masten an dieser Stelle?", fragte Daniela Drummer (FWG) in die Runde. Die Sitzungsvorlage dazu war recht dürftig. Aus ihr ging nicht hervor, welcher Mobilfunkbetreiber dort einen Mast aufstellen will. Es heißt darin nur lapidar, dass im Rahmen des eigenwirtschaftlichen Ausbaus des Mobilfunknetzes Gößweinstein an dieser Stelle ein Mobilfunkmast errichtet werden soll. Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG) berichtete von einem teilweise schlechten Handyempfang in Gößweinstein. Immer mehr Leute hätten ein Handy, weshalb die Deckung in Stoßzeiten nicht ausreiche, so Zimmermann. Für Drummer ist dies jedoch nicht nachvollziehbar. Alle in Gößweinstein hätten inzwischen hervorragendes Internet und guten Handyempfang. Deshalb brauche es für Gößweinstein auch keinen weiteren Masten mehr. "Wohin strahlt das Ding überhaupt?", wollte Drummer nun wissen. CSU-Rat Dietmar Winkler vermutete, dass der geplante Mast nach Wölm und Moritz und zum Sportplatz strahlt. Dort hätte man nämlich immer noch schlechten oder gar keinen Handyempfang. "Und vielleicht auch noch in fünf andere Ecken", so Winkler. "Wirtschaftliche und technische Dinge habe ich nicht hinterfragt", räumte daraufhin der Rathauschef ein. Offenbar brauche es den Masten aber genau hier. "Jeder will guten Empfang haben, aber keiner will die Masten haben", stellte Konrad Schrüfer (FWG) fest. Er schlug vor, zu prüfen, ob man die Antennen für den Mobilfunk nicht auf den in der Nähe befindlichen BOS-Masten setzten könnte. Dies scheint aber nicht möglich zu sein, da dort hin keine Glasfaserleitung führt. "Das Handy am Ohr ist gefährlicher als der Mast", äußerte sich Zweiter Bürgermeister Georg Bauernschmidt (SPD) zur Strahlenbelastung. "Ich bin dafür, dass wir diesen Masten aufstellen, und sehe keine Gefahr", sagte auch Bernhard Vogel (SPD). Daniela Drummer blieb bei ihrer Meinung und stimmte dann auch als einzige gegen die Vermietung des gemeindlichen Grundstücks. Zur Schließung der sogenannten weißen Mobilfunkflecken gibt es laut der Regierung der Oberpfalz, die das Ganze koordiniert, 90 Prozent Förderung des Freistaats. Für den Marktgemeinderat haben im Förderantrag die Orte Morschreuth und Unterailsfeld Priorität zur Schließung dieser Lücken. An zweiter Stelle liegt das Gebiet südlich von Geiselhöhe und östlich von Allersdorf, zwischen Stadelhofen und Kleingesee sowie zwischen Stadelhofen und Etzdorf, Türkelstein und Hartenreuth. Die weiteren Tagesordnungspunkte wie die Widmung eines 77 Meter langen Wegs in Türkelstein zur Ortsstraße und die Zustimmung zur örtlichen Rechnungsprüfung der Jahresrechnung 2017 waren lediglich Formsache.