Viele Einzelhandelsgeschäfte sind vom harten Lockdown seit Mittwoch (16. Dezember 2020) betroffen. Schließen muss dann unter anderem der "Sonderposten"-Baumarkt im Gewerbegebiet Sandbühlein, ein Schuh- und Modegeschäft oder das Lederwaren- und Andenkengeschäft von Vera Kraus in der Pezoldstraße.

Normalerweise hätte Vera Kraus ihr Geschäft in der Adventszeit ohnehin geschlossen, weil sie da mit ihrem Stand auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt stehen würde. Doch der Weihnachtsmarkt fällt wegen Corona auch aus. "Selbst wenn er stattgefunden hätte, wäre nicht viel verdient, weil das meiste die Ausländer kaufen, die ja nicht kommen können", sagt Kraus, die heuer erhebliche Umsatzeinbußen hat.

Gärtnereien trifft Lockdown bereits im Frühjahr hart

Offen bleiben die drei Lebensmittelmärkte und die Bäckerei Wirth. Sehr hart trifft der Lockdown wie schon im Frühjahr die beiden ortsansässigen Gärtnereien Wiedow und Schrüfer. "Die Nerven der Unternehmer, nicht nur unsere, sind sehr angespannt", sagt Gärtnermeister Harald Wiedow, dem der harte Lockdown das Weihnachtsgeschäft verhagelt. "Das ist neben dem Frühjahrsgeschäft das wichtigste im ganzen Jahr", erklärt Wiedow, der mit seiner Tochter Anna-Lena Wiedow, die auch Gärtner- und Floristikmeisterin ist, gerade für das Weihnachtsgeschäft 1800 Weihnachtssterne aus eigener Produktion großgezogen hat.

"Die Hälfte der Weihnachtssterne ist zum Glück bereits vorbestellt", sagt Anna-Lena Wiedow, die noch amtierende Gößweinsteiner Faschingsprinzessin. Aber nicht nur der Fasching fällt diesmal aus, sondern vor allem auch das Geschäft mit der Gastronomie, weil die Gastwirtschaften und Hotels, die sonst immer viele der Weihnachtssterne abnehmen, ebenfalls geschlossen haben.

Harald und Anna-Lena Wiedow hoffen nun ab Mittwoch auf ihren Abhol- und Lieferservice, den sie wie schon im Frühjahr anbieten wollen - und auf den Blumenversand Fleurop. Es sei aber nicht abschätzbar, wie der Lieferservice ankommen werde. Die restlichen Weihnachtssterne, die sie nicht losbringen, müssen wohl vernichtet werden.

Übrige Weihnachtssterne müssen wohl vernichtet werden

Aber es sind nicht nur die Weihnachtssterne, die für Umsatzeinbußen sorgen werden, sondern vor allem auch das Ladengeschäft, in dem normalerweise Blumen und Weihnachtsdekorationen gekauft werden. "Natürlich muss man versuchen, das Virus in den Griff zu bekommen", meint Anna-Lena Wiedow. Ihr Vater ergänzt, dass der Lockdown die Psyche der Menschen kaputt mache und für viele Unternehmer existenzbedrohend sei, "nicht nur für uns".

Blumen online zu Weihnachten versenden

Für den nächsten Frühling gebe es schon jetzt für seine Gärtnerei eine große Unsicherheit. Denn die Jungpflanzen für den Frühling mussten schon bestellt werden. Wenn dann immer noch oder wieder Lockdown ist, wird es ganz schwierig.

Ähnlich äußert sich Gärtnermeister Konrad Schrüfer von der gleichnamigen Gärtnerei Schrüfer. Auch im Frühjahr bot er bereits einen Liefer- und Abholservice an. "Ob wir das nun auch wieder dürfen, wissen wir noch gar nicht", sagt Schrüfer, der noch auf eine Antwort des Bayerischen Gärtnereiverbandes wartet. Auch Schrüfer betont, dass das Weihnachtsgeschäft mit das wichtigste Geschäft des ganzen Jahres ist.

Weihnachtsgeschäfte eigentlich mit am wichtigsten

Sein Ladengeschäft in der Pezoldstraße steht voller weihnachtlicher Geschenkartikel. "Jeder bringt an Weihnachten Blumen mit, um anderen Menschen Freude zu machen", sagt Schrüfer. Er kann nicht nachvollziehen, wieso Supermärkte Blumen verkaufen dürfen, in denen es viel enger zugehe als in seinen Gewächshäusern mit 4000 Quadratmetern Verkaufsfläche. "Da kommt sich kein Kunde nahe", ist sich Schrüfer, der auch Marktgemeinderat ist, sicher.

Heuer fallen auch die ganzen Weihnachtsfeiern weg, für die er sonst viele Blumen geliefert hat. "Im Frühjahr waren wir von der Polizei besser bewacht als Fort Knox, damit wir ja keine Blumen im Laden verkaufen", berichtet Schrüfer, "wenn sich das bis in den März hineinzieht, wird es ganz schlimm. Dann wird es für uns eine Katastrophe."

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