Durch die Herzlichkeit der Glückwünsche klang immer wieder die Verwunderung durch, dass er nun also wirklich Oberbürgermeister ist. Uwe Kirschstein feierte gestern im Medical-Valley-Center seinen 40. Geburtstag. Und am deutlichsten wurde es in der launigen Rede von Bürgermeister Streit (CSU): Die Konservativen der Stadt haben sich noch nicht so recht daran gewöhnt, dass ausgerechnet ein SPD-Politiker und dann auch noch ein "Zugereister" der Nachfolger von Alt-OB Franz Stumpf (CSU/WUO) ist.

Bürgermeister Streit erinnerte an den denkwürdigen 20. März 2016, an den "Schock der Wahl". Niemand habe damit rechnen können, "dass die Forchheimer "so einen untypischen Forchheimer wie Dich wählen würden: dünn, klar strukturiert, nuscheliger Dialekt".

Mittlerweile habe er sich an den neuen OB gewöhnt, bekannte Streit, der seine Geburtstagsrede mit einem fröhlichen Ruf eröffnete: "Hallo Uwe, schön, dass Du da bist." Der Bürgermeister lobte die Qualitäten des Jubilars, seine "Ziel-Orientiertheit" und seine "zackige Sitzungsführung". Auch den Humor des "privaten Uwe" wisse er zu schätzen. Am Montag war aber kaum Raum für Privates. 120 Gäste aus der lokalen Politik-, Banken-, Business- und Kirchen-Szene scharten sich bei einem Stehempfang im Hiro Sakao um den gefeierten Oberbürgermeister. Der versicherte Bürgermeister Streit nach dessen Rede, dass er ihn immer nach als Freund betrachte.
Als Uwe Kirschstein dann ans Mikro trat, bekannte er, dass er nach seiner Wahl "mindestens so überrascht wie Ihr" gewesen sei. Kirschstein stellte den Dank an Edelgard Striegel und Franz Streit, die Organisatoren seiner Party, in den Vordergrund. Und überließ sich im Übrigen gelassen dem Schwung der Gratulanten und Gesänge.

Unter den Singenden waren auch 40 Kinder aus vier Forchheimer Kindergärten (Gerhardinger-, Karl-Zeitler-, Sattlertor-Kindergarten, Kersbacher Kindertagesstätte), die 40 Luftballons steigen ließen. Daran hingen Botschaften. Manche der Kleinen schüttelten Kirschstein auch persönlich die Hand und wünschten ihm "viele Schutzengel"; oder "dass Du nicht traurig bist". Oder: "Dass Du ein guter Chef bist". Auch die großen Gäste brachten gute Wünsche mit. Alt-Oberbürgermeister Franz Stumpf wünschte "Gesundheit und ein glückliches Händchen". Sebastian Körber wünschte "Kraft und Energie" und überreichte, um an die FDP-Stadtratsfraktion zu erinnern, drei gelbe Rosen und einen Brotzeit-Gutschein. Kirschsteins Parteifreund Günther Hammer wünschte ihm im neuen Lebensjahr, "dass er weniger moderiert und mehr sagt, was er will". Und Stadtwerke-Chef Reinhold Müller wünschte, dass sich die Visionen des OB erfüllen mögen. Da Kirschstein wie er, Müller, Wassermann sei, habe er Visionen. Der Stadtwerke-Chef dachte auch gleich an eine bestimmte: Glasfaser.