Der Regen hat eine kurze Verschnaufpause eingelegt. Die Feuerwehrleute stehen am Ufer des Kübelweihers zwischen Hausen und Heroldsbach trotzdem knöcheltief im Matsch. "Der Weiherdamm droht zu brechen", sagt der Bürgermeister von Hausen, Franz Renker (UWH), zu den versammelten Feuerwehrleuten aus den umliegenden Ortschaften.

"Wir wollen in Hausen nicht ganz absaufen", sagt Franz Renker in Hut und Gummistiefeln, während die Einsatzkräfte einen Sandsack nach dem anderen in Schubkarren verladen. "Mit Sandsäcken versuchen wir, den Weiher zu sichern", erklärt Renker. Wie auf einer Ameisenstraße karren die Feuerwehrmänner die Sandsäcke zum Damm des Weihers.

In Hausen selber ist der Hirtenbach an vielen Stellen schon über die Ufer getreten. "Wir sind schon an einer kritischen Grenze in Hausen", bestätigt Renker. In einigen Straßen der Gemeinde stünde das Hochwasser bereits kniehoch. Die betroffenen Anwohner bleiben ebenfalls nicht untätig und kämpfen mit Sandsäcken und Pumpen gegen die Wassermassen.

Am frühen Nachmittag fallen erneut dicke Tropfen vom Himmel. Der anhaltende Dauerregen verschärft die angespannte Lage im Landkreis. "Wir beobachten andauernd die Pegelstände", sagt Jürgen Kupfer, der im Landratsamt Forchheim für den Katastrophenschutz zuständig ist. Das Wasser in Aisch, Regnitz und Wiesent soll weiter steigen. Über die aktuellen Pegelstände informiert der Hochwasser-Nachrichtendienst fortlaufend. "Das Problem sind die kleinen Bäche und Weiher", sagt Kupfer. Deren Pegel können die Einsatzkräfte nur vor Ort überprüfen.

Die Lage im Auge behalten

Derzeit sei die Hochwasser-Lage noch nicht katastrophal, sagt Kupfer. Trotzdem behalte man die Situation ständig im Auge, um auch am Wochenende auf steigende Pegel vorbereitet zu sein. "Bevor es ins Wochenende geht, werden die Erreichbarkeiten festgelegt." Schließlich wollen Feuerwehr, Polizei und Behörden vorbereitet sein, wenn sich die Lage weiter verschärft. "Aufhalten können wir das Wasser nicht", sagt Kupfer, während im Hintergrund der Feuerwehr-Funk läuft.

Derweil schleppen die Feuerwehrmänner am Kübelweiher in Hausen noch immer Sandsäcke. "Wenn der Damm aufweicht, dann ist das Chaos perfekt", sagt Erwin Ismaier von der Feuerwehr Hausen und schaut zum Himmel: "Wenn das Wetter so bleibt, ist es gut. Ansonsten wird es kritisch." Derweil greift Franz Renker zum Telefon. Der Bürgermeister ruft seinen Amtskollegen aus Heroldsbach an. Beim Thema Hochwasserschutz müsse es endlich vorwärts gehen, sagt Renker und stapft in Hut und Gummistiefeln durch den Regen davon.

Bürgermeister aus Effeltrich will beim Hochwasserschutz aufs Tempo drücken

Der Bürgermeister ist in aller Herrgottsfrühe zu seinen Weihern gefahren, um das Hochwasser noch ein bisschen aufzuhalten. Gebracht hat es relativ wenig. "Die Weiher waren sofort komplett vollgelaufen", sagt Bürgermeister Richard Schmidt (FW) und zeigt auf zwei Wasserflächen, die bald ineinander verschmelzen könnten. Der Weg zwischen den Weihern steht unter Wasser.

Bislang sei Effeltrich vom Hochwasser relativ verschont gelieben. Nur ein kleiner Bachlauf trat in den frühen Morgenstunden über die Ufer. Die Straße nach Kersbach musste kurzzeitig gesperrt werden. Schlimmer wäre es wohl gekommen, da ist sich der Bürgermeister sicher, wenn ein Wehr das Wasser nicht in der Schlucht hinter den "Bürgermeister-Weihern" aufstauen würde. Rund 40 000 Kubikmeter, schätzt Schmidt, habe der "kleine Schluchten-Stausee" vom Ort ferngehalten. Trotzdem will Schmidt jetzt den Hochwasserschutz entschlossen voranbringen. "Wir müssen bei dem Thema auf's Tempo drücken", ruft Schmidt seinem Gemeinderat zu.

Gemeinden gehen eigene Wege

Ursprünglich hatten Baiersdorf, Effeltrich, Forchheim und Langensendelbach ein gemeinsames Hochwasserschutz-Konzept geplant. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch. Den Gegnern war das gemeinsame Projekt wohl zu teuer. In Effeltrich hätten sie in Raten zu je 100.000 Euro pro Jahr insgesamt 1,5 Millionen Euro bezahlen müssen. "Zu viel", sagten die Gegner. Jetzt müsse es eben kostengünstiger gehen, sagt Schmidt. Der Bürgermeister rechnet mit Kosten in Höhe von rund 250.000 Euro. Konkrete Angebote für den Hochwasserschutz hole die Gemeinde derzeit ein. Die Gemeinde will besonders enge Waldtäler mit Talsperren versehen, um Rückhaltebecken im Hochwasser-Fall zu schaffen.