Das Sanierungsgebiet XI wurde schon vor längerer Zeit festgelegt. Nun soll dieser Sanierungsbereich erweitert werden. Die vorbereitenden Untersuchungen hierzu stellte Claudia Stumpf vom Amt für Stadt- und Verkehrsplanung im städtischen Planungsausschuss vor. Grund der geplanten Erweiterungen: Hierdurch könnten Fördermöglichkeiten für das Kolpinghaus generiert werden.

Das untersuchte Gebiet ist rund sechs Hektar groß, und befindet sich am südlichen Rand der Forchheimer Altstadt und Innenstadt. Konkret geht es um das Gelände zwischen Schönbornstraße und Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße.


Erweiterung wird befürwortet

Sollte die Erweiterung des Sanierungsgebiets XI genehmigt werden, können Fördermittel in nicht bekannter Höhe beantragt werden - für alle Häuser in diesem Gebiet. Das würde nach den Ausführungen von Claudia Stumpf auch viele Privathäuser betreffen.

Die Erweiterung des Sanierungsgebiets wurde von den Mitgliedern des Planungsausschusses grundsätzlich befürwortet, dass das Kolpinghaus der Grund für diesen Aufwand ist, sahen viele Politiker jedoch kritisch.
Claudia Stumpf erklärte in ihrem Vortrag neben dem aktuellen Parkplan des Gebiets auch die Mängel und mögliche Maßnahmen. Sie stellte zudem fest, dass nur wenige soziale Infrastruktureinrichtungen (z.B. das Arbeitsamt) und ebenfalls nur wenige überwiegend gewerblich genutzte Gebäude sich in diesem Bereich befinden. Der Großteil der Gebäude werde in den unteren Stockwerken gewerblich und in den oberen Stockwerken privat genutzt.

Als Ziel benannte Stumpf, das aktuelle Straßenbild zu erhalten, indem gerade auch den Gebäuden mit Mansarddach und den einzelnen Villengebäuden Vergünstigungen bei Sanierungen geboten werden könnten. Somit sollen die stadtbildprägenden Anwesen erhalten bleiben. Positiv merkte sie auch an, dass nur wenige Gebäude wirklich sanierungsbedürftig seien.

In einem Maßnahmenplan fasst Stumpf Lösungsansätze zusammen und gliedert diese in öffentliche und private Sanierungsmaßnahmen.

Öffentliche Ordnungsmaßnahmen Die Umgestaltung der Kreuzung Kolpingplatz/Zweibrückenstraße und der Erhalt des Baumbestandes/Erlebbarmachung des Gründelbachs

Öffentlichen Baumaßnahmen Sanierung des Kolpinghauses und die Doppelnutzung des Parkplatz und Bürogebäude Arbeitsamt/Fa. Blank

Private Ordnungsmaßnahmen Nutzungsauslagerung und Neuordnung von YT Industries, Nutzungsauslagerung und Neuodnung von Müller und Saybold sowie die Entkernung der Torstraße 19/20 mit Zweibrückenstraße 3

"Das sind die Flächen, bei denen wir festgestellt haben, dass da was gemacht werden sollte", sagte Stumpf. Mit den Anliegern und Firmen sei es jedoch noch nicht abgesprochen worden, sollte der Ausschuss zustimmen, wäre der nächste Schritt die bisherigen Arbeitsergebnisse mit der Öffentlichkeit zu diskutieren und dann auch das Gespräch mit den Firmen und Anliegern zu suchen.


Kolpinghaus als Motor für die Erweiterung

In der öffentlichen Diskussion kam die Sprache dann erneut auf das Kolpinghaus. Holger Lehnard (CSU) wollte konkrete Zahlen für die Sanierungskosten des Kolpinghauses hören. "Das ist schwierig zu sagen. Fünf, sechs, sieben Millionen", sagte Gerhard Zedler, Leiter des Bauamts. Wie hoch der städtische Anteil und wie hoch eine Förderung wäre, könne er noch nicht abschätzen.

Manfred Hümmer (FW) konnte dies nicht verstehen. Schon lange werde darüber gesprochen, Fördermöglichkeiten auszuloten. Dass nun nicht gesagt werden könne, wie viel Förderung eingeplant werden könne, war ihm nicht erklärlich.

Sabine Dittrich (FGL) betonte, dass sie die Aufwertung als positiv betrachte, der Tunnelblick mit dem Fokus auf das Kolpinghaus als eventuelle Stadthalle habe für sie jedoch einen negativen Beigeschmack. Uwe Kirschstein (SPD) betonte, dass für ihn das Kolpinghaus zwar nicht als Stadthalle in Frage komme, das Sanierungsgebiet aber seine Zustimmung finde.


Was ist it den Bäumen?


Udo Schönfelder (CSU) brachte den Fokus auf die Bäume, die im Plan als schützenswert deklariert werden. Er fürchte, dass die Bäume teilweise schon morsch seien und man sich mit dem Begriff "schützenswert" ins eigene Fleisch schneide, sagte Schönfelder. Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) antwortete daraufhin, dass die Formulierung für die Ausschreibung nochmal überdacht werde.

Der Ausschuss billigte die Ergebnisse einstimmig und beauftragte die Verwaltung damit, die Grundlage für die Beteiligung der Betroffenen zu schaffen. Die Ergebnisse sollen dann wieder dem Ausschuss vorgelegt werden.