Mitten auf dem Kneipp-Gelände der Sportinsel in Forchheim tummeln sich viele Menschen. Alle bestaunen zwei Steinblöcke mit unterschiedlicher Beschichtung. Aber was hat es damit auf sich und warum sind einige der Betrachter barfuß?


Zwei Steinplatten

Anlässlich des 60-jährigen Bestehens des Kneipp-Vereins Forchheim wurden zwei Steinplatten mit jeweils vier unterschiedlichen Beschichtungen auf der Sportinsel in Forchheim ausgelegt.
Die beiden Platten seien schon vorher da gewesen, allerdings wären sie vorher nur mit Kies befüllt gewesen.
Als Klaus Ripp, Vorsitzender des Kneipp-Vereins Forchheim, eine Anlage mit verschiedenen Untergründen in Amberg sah, wollten er etwas ähnliches bauen lassen. "Anlässlich des 60-jährigen Bestehens des Vereins wollten wir natürlich etwas Besonderes machen. Da hat sich das hier angeboten. Außerdem wollten wir der Stadt etwas Gutes tun", berichtet Ripp.

Wie bei einer Fußreflexzonenmassage würde die unterschiedlich gestaltete Oberfläche des Kneipp-Sinnes-Erlebnis-Pfades über die Fußsohlen den gesamten Organismus stimulieren, so der Vorsitzende. Hierbei würden die Blähtonkügelchen ein warmes Kribbeln bewirken, die Kieselsteine aktivieren die Reflexzonen, der Quarzsand bringt Wohlgefühl, der Basaltsplitt reizt die Fußsohlen, die Kieselsteine kühlen die Fußsohlen und das Granitpflaster mache mobil.

Desweiteren gibt es ein Wasserbad und ein "Armbecken", welches vom Soroptimist International Club Forchheim-Kaiserpfalz, in Höhe von 5000 Euro gespendet wurde. Die Kosten für die beiden Steinblöcke sowie der Beschichtung belaufen sich auf insgesamt 1400 Euro, das Wasserbecken ist schon länger benutzbar. Ausgeführt wurden die Arbeiten von der Firma Fritz Hofmann.
Zur Einweihung hielten Pfarrer Christian Muschler und Pfarrer Mariadas Kalluri gemeinsam einen Gottesdienst zur Einweihung des neuen Pfades. Nun war es an Klaus Ripp, den Pfad auch auszuprobieren. Natürlich lief er barfuß.


Vorteile des Barfußlaufens

Nachdem auch noch andere Vereins-Mitglieder den Pfad ausprobierten, hielt Evelin Hensel , stellvertretende Vorsitzende des Kneipp-Bundes Bayern, eine Rede über die Vorteile des Barfußlaufens.
"Barfußlaufen im Sommer auf Steinen oder im Gras ist die reinste Wohltat für schwitzende Füße. Wir ertasten den Boden unter unseren Füßen. Je unterschiedlicher und abwechslungsreicher der Untergrund ist, umso spannender und motivierender wird das Barfußlaufen", erklärt sie, "barfuß beugen wir nicht nur Fußpilzen vor, sondern massieren zudem unsere Fußreflexzonenpunkte, trainieren die Sensorik der unteren Extremitäten und erhalten somit die Motorik und Koordination der Füße aufrecht. Barfußlaufen dient der generellen Sinnesschulung der Fußsohlen - ohne Schuhe und Strümpfe".


Kneipp statt Kneipe

Udo Schönfelder (CSU) der als Vertreter der Stadt Forchheim an den Feierlichkeiten teilnahm, ist begeistert vom neuen Erlebnis-Pfad. "Es ist sehr erfreulich, wie sich das Gelände hier weiter entwickelt hat. Vielleicht gelingt es nun auch bald jüngere Generationen auf dieses Gelände zu locken, sodass sie beim Wort Kneipp, nicht gleich an die Kneipe denken", lacht er.

Nach der Zeremonie gab es noch einen kleinen Sektempfang in der Minigolf-Anlage des Vereins.