In einer wunderschönen Landschaft, zwischen malerischen Flüssen und Felsen, lebte eine Vogelschar glücklich miteinander. Viele Jahre saßen die Singvögel in ihren Nestern und zwitscherten zusammen. Irgendwann wurde das Gezwitscher aber immer leiser, weil viele junge Piepmatze wegzogen.

Die Vögel munkelten: Jenseits der Hügel und Täler gebe es eine ganz besondere Singtechnik. Wer diese Technik beherrsche, könne von überall miteinander zwitschern. "Das brauchen wir auch!", rief die Vogelschar unisono.

Damit sie so singen lernen konnten, hätten in ihrer wunderschönen Landschaft aber hohe und sehr hässliche Bäume gepflanzt werden müssen. Und die Aasgeier aus den fernen Wüstenlandschaften waren die einzigen, die bereit gewesen wären, die benötigten Samen zu bringen, um die Bäume zu pflanzen. Die Geier hofften dabei auf ein gutes Geschäft.

Doch in vielen Vogelnestern erhoben sich Protestgesänge. "Nicht an meiner Futterstelle!", krakeelten die Raben. "Nicht neben meinen Küken!", weinten die Dohlen.

Der Gockel und seine Hühner waren schier am Verzweifeln. Denn sein Hühnerstall und die Aasgeier seien auf so einem guten Weg gewesen, sich auf einen Standort für die Baumpflanzung zu einigen, erklärt der Gockel gegenüber dem neugierigen Papagei. Die lärmenden Schreihälse könnten die Aasgeier jetzt aber verscheuchen, fürchtete er. Es wäre nicht das erste Mal. "Manche Dinge sollten nicht in der Öffentlichkeit besungen werden", flüsterte der Gockel.

Und so zoffte sich die Vogelschar in ihren Nestern fröhlich immer weiter, während das Gezwitscher in der wunderschönen Landschaft immer leiser wurde.