Die Tarifrunde der Beschäftigten der IG Metall befindet sich in der heißen Phase. Die Gewerkschaft fordert für ihre 3,8 Millionen Beschäftigten fünf Prozent mehr Lohn. Dieser Forderung verliehen 130 Beschäftigten der Firma Kennametal in Ebermannstadt mit einem Warnstreik vor den Werkstoren Nachdruck.

Das Angebot der Arbeitgeber mit 2,1 Prozent Lohnsteigerung für zwei Jahre bezeichnete Matthias Gebhardt von der IG Metall Bamberg als inakzeptabel. Das seien nicht einmal 30 Euro mehr pro Monat. Deshalb sei Druck nötig, um die Arbeitgeber zu einem besseren Angebot zu bewegen.

Der Betriebsratsvorsitzende Marcel Adelhardt unterstrich: "85 bis 90 Prozent der Betriebe unserer Branche geht es gut. Da wollen wir einen Teil vom Kuchen abbekommen." Mit zwölf Prozent mehr für die Aktionäre und fünf Prozent mehr für die Beschäftigten haben wir bewiesen, dass unsere Forderung moderat ist", meinte Adelhardt.
Manfred Böhm von der Katholischen Betriebsseelsorge Bamberg betonte: "Lohnfragen sind immer auch Wertefragen." Es gehe darum, wieviel einem Arbeitgeber die Arbeit seiner Beschäftigten wert sei.

Vorsorglich drohten die Gewerkschafter schon mal mit einer ganztägigen Unterbrechung der Wertschöpfungskette. "Dann wird eben acht Stunden am Stück gestreikt", prophezeite Gebhardt.

Am Dienstag, 3. Mai, legen laut Ankündigung der IG Metall Bamberg um 13.30 Uhr 200 Mitarbeiter der Firma Ina-Schaeffler in Hirschaid und 100 Mitarbeiter der Firma Waasner (Bamberger Straße) in Forchheim vorübergehend ihre Arbeit nieder.

Auch die IG Metall in Erlangen hat für Dienstag zu Warnstreiks aufgerufen: von 11 bis 12 Uhr vor der Kantine Allee am Röthelheimpark 1. Aufgerufen sind hier die Beschäftigten einzelner Bereiche der Betriebe Siemens-Healthcare Erlangen und Forchheim, Sivantos, SG, S Süd, Atos, Cerner und Primetals. Von 10 bis 11 Uhr ist außerdem Streik auf dem Buswendeplatz in der Frauenauracher Straße.