Zum 19. Mal fand am Sonntag der jährliche "Tag der offenen Gartentür" in Forchheim und im Landkreis statt.
Die offizielle Eröffnung nahm Landrat Hermann Ulm (CSU) mit Vertretern des Kreisverbandes für Gartenbau im alten Stadtgarten von Katinka Uebel vor. Ulm wie auch sein ebenfalls anwesender Vorgänger Reinhardt Glauber (FW) betonten die Wichtigkeit naturbelassener Gärten, da die Hinwendung zu pflegeleichten Granit- und Kiesgärten immer mehr erkennbar sei.
"Nach biblischer Überlieferung lebten Adam und Eva ganz sicher in einem naturbelassenen Paradiesgarten, sonst hätten sie wohl keinen derart wohlschmeckenden Apfel finden können, der sie zum freudigen, auslösenden Akt der Erbsünde verleitet hätte. Kain dagegen musste sich in einem äußerst tristen Gelände befunden haben, der es ihm leicht machte, den passenden Stein für Abels bedauernswertes Haupt ausfindig zu machen", waren Landrat Ulms philosophische Gedanken als Vergleich zu den verschiedenen Gartengestaltungsmöglichkeiten.
Doch in Katinka Uebels Garten erwartet die Besucher ein grünes, allerdings erbsündenfreies Paradies, welches vermittelt, wie schön ein naturfreundlicher Garten - nicht zu verwechseln mit einem vernachlässigten Garten! - sein kann.
Seit circa 60 Jahren besteht der Garten, der einst von Uebels Großvater nach dem damaligen Prinzip angelegt wurde. Gemüse, Obstbäume, Beerensträucher und Blumenrabatten fanden sich ursprünglich darin. Nachdem jedoch das Anwesen vermietet worden war, blieb der Garten unberührt und wurde somit in einem bearbeitungsbedürftigen Zustand hinterlassen, bei dem die Enkelin ihre Aufgabe und Herausforderung zur Veränderung und Neugestaltung gefunden hatte. Sie machte sich nun frisch ans Werk, um wieder einen begehbaren, jedoch weitgehend naturnahen Garten zu gestalten.
Heimische Wildpflanzen
Mit heimischen Wildpflanzen, Heil- und Wildkräutern, Gemüse und Obststauden, die mit viel Hingabe angepflanzt wurden, wurde damit eine völlig neue Gartenidee verwirklicht. Zu Katinka Uebels großer Freude blieben aus dem alten Bestand eine schöne alte Bauernpfingstrose und der Bärlauch erhalten. Sie konnten in die neue Gartenanlage übernommen werden.
Natürlich ist der Garten einer ständigen Veränderung ausgesetzt. Anstelle des Sandkastens, den die Kinder nicht mehr benötigten, kam ersatzweise eine Feuerstelle und eine insektenfreundliche Blumenwiese dazu.
Im Verlauf des Gartenjahres sind für den Betrachter ständige Veränderungen erkennbar, die sich je nach Witterung und Jahreszeit durch die Vielzahl von Pflanzen und Lebewesen ergeben. Eine grüne Oase mitten in der Stadt, die als Vorbild für eine offene, naturfreundliche Gartengestaltung dienen kann.
Am "Tag der offenen Gartentür" nahmen außerdem noch Familie Kügel aus Pautzfeld, Gudrun . Pöhner aus Hiltpoltstein und die Mittel- und Realschule Gräfenberg teil, die ebenfalls naturnahe Gärten aufweisen.