Wer ist der richtige Mann für Forchheim? Am 6. März darf jeder Bürger der Stadt diese Frage mit einem Kreuz in der Wahlkabine beantworten. Und damit dies im besten Wissen um die Persönlichkeiten und Wahlprogramme der Bewerber geschieht, laden der Fränkische Tag und TV Oberfranken am Montag, 15. Februar, um 19.30 Uhr zur großen Podiumsdiskussion in die Aula das Herder-Gymnasiums Forchheim ein. 275 Sitzplätze stehen dort zur Verfügung - damit die Kapazitäten des Saals nicht überschritten und die Sicherheitsauflagen erfüllt werden, müssen sich Besucher vorab anmelden. Das geht entweder online auf www.infranken.de/aboplus (bei Veranstaltungen) oder unter Telefon 09191-708825 (vom Dienstag, 9. Februar, bis spätestens Freitag, 12. Februar, jeweils von 10 bis 17 Uhr). Pro Person können jeweils maximal vier Plätze reserviert werden.
Sind alle Stühle belegt, werden die nächsten 50 Personen auf einer Warteliste notiert. Schnell sein, lohnt sich also.

Rund zwei Stunden sollen die vier Kandidaten Ulrich Schürr (CSU/JB), Uwe Kirschstein (SPD), Manfred Hümmer (FW) und Klaus Backer (FOF) nach ihren Konzepten für Forchheim ausgequetscht werden. Dies übernehmen zwei Journalisten, die sich durch ihren privaten und beruflichen Hintergrund gut ergänzen: Michael Memmel (40), gebürtiger Forchheimer und seit knapp fünf Jahren Leiter der FT-Lokalredaktion vor Ort, und Frank Ebert (43), der seit über 22 Jahren für Radio und Fernsehen in Oberfranken, Unterfranken, Augsburg und München tätig ist. Der Familienvater arbeitet seit 15 Jahren bei TVO und ist bei dem in Hof beheimateten Fernsehsender Redaktionsleiter. Im Interview offenbart der "Kulmbacher mit Leib und Seele", dass er sich auch in Forchheim gut auskennt.

Welches Bild haben Sie vor Augen, wenn Sie an Forchheim denken?
Frank Ebert: Eine traumhaft schöne Stadt, einen tollen Ausgangspunkt für Besuche in die Fränkische Schweiz, ein verdammt gutes Bier und ein mildes Klima - hier lässt es sich leben. Das haben auch namhafte Konzerne entdeckt und sich entsprechend in der Peripherie niedergelassen, daher "brummt der Laden". Leider hat die Medaille auch zwei Seiten, der Immobilienmarkt ist zum Beispiel aus dem Gleichgewicht geraten, Wohnraum für Familien ist teuer und das wiederum kann einer Stadt von der Größe Forchheims auf Sicht nicht gut tun.

Welche Rolle spielt Forchheim in Oberfranken?
Schön wäre es, wenn Forchheim eine größere Rolle in Oberfranken spielen würde. Tatsächlich spielt Forchheim aber für Mittelfranken die größere Rolle.
Forchheim ist die fünftgrößte Stadt in Oberfranken und könnte im Bezirk mit erhobener Fahne und als Kleinstadt beispielgebend und sogar Hilfestellung gebend vorangehen. Nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, auch beim Tourismus oder als Kulturstadt könnte Forchheim in Oberfranken sicher mehr punkten und auch profitieren. Die mittelfränkische Orientierung und der direkte Vergleich mit Erlangen oder gar dem Zentrum der Metropolregion, Nürnberg, birgt auch Risiken für deren Juniorpartner Forchheim.

In welchen Bereichen ist die Stadt gut aufgestellt, wo muss sie sich noch entwickeln?
Die Infrastruktur ist super! Autobahnen, Schiene, Flughafen - alles da! Dazu ein überdurchschnittlich hoher Anteil an hochqualifizierten Menschen, der sich auch monetär auf deren Einkommen auswirkt. Das wiederum stärkt Stadt und Angebot. Forchheim hat in den letzten Jahren nicht so viel falsch gemacht. Jetzt muss Wohnraum auch für die geschaffen werden, die nicht nur leitend bei Siemens angestellt sind...
Zudem verträgt die Königsstadt sicher noch einige Touristen mehr - mit all ihren Anforderungen. Wirtschaftlich ist sicherlich noch Luft nach oben, was die Möglichkeiten für Existenzgründer betrifft. Die Mischung macht es - auch in 30 Jahren und mehr.

Braucht ein Oberbürgermeister in unserer digitalen Lebenswelt andere Fähigkeiten als früher?
Nein, andere Fähigkeiten braucht der OB keine. Er muss nicht alles können, aber er sollte alles erkennen. Er muss aufmerksam zuhören, klug analysieren und beherzt entscheiden - und den richtigen Menschen und Mitarbeitern vertrauen.

Warum sollten sich die Forchheimer, die Diskussion am 15. Februar auf keinen Fall entgehen lassen?
Verantwortung übernehmen nicht nur die Kandidaten. Verantwortung übernehmen auch die Wähler. Eine demokratische Wahl braucht eine demokratische Basis. Ich sehe es als Pflicht an, wählen zu gehen. Eine Podiumsdebatte bietet eine einmalige Gelegenheit, die Kandidaten live zu erleben, ihre Argumente zu hören, sie in der politischen Auseinandersetzung zu erleben. Das alles formt ein Bild von der Person, die "meine" Stadt für mich und meine Kinder lenkt. Und unterhaltsam ist es allemal - versprochen! Die Frage ist für mich, warum man nicht hingehen sollte.

Die Fragen stellte Michael Memmel