Der Landkreis hat dem Antrag der Stadt Ebermannstadt, die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Rüssenbach und Niedermirsberg zur Kreisstraße FO 41 aufzustufen, nicht stattgegeben. Im Verkehrsausschuss der Stadt stieß diese Entscheidung auf Unverständnis, verbindet die Straße doch immerhin eine Ortsstraße mit der B 470.

Ihren Antrag hatte die Stadt unter anderen mit dem Hinweis begründet, dass diese Straße täglich von rund 2800 Fahrzeugen benutzt werde. Doch für das Landratsamt war das kein Argument: "Die Verkehrsdichte spielt für die Einstufung nicht die ausschlaggebende Bedeutung, sondern hat häufig nur die Bedeutung eines Hilfskriteriums", heißt es in der vom Geschäftsleiter Bau und Umwelt, Reinhold Göller, unterzeichneten Absage.
Außerdem liege für die von der Stadt Ebermannstadt vorgenommene Zählung kein Nachweis vor. "Ob die Gemeindeverbindungsstraße dem überörtlichen Verkehr dient, erscheint uns fraglich zu sein." Für den Umwelt- und Verkehrsausschuss der Stadt scheint ein anderer Grund bedeutsamer zu sein und wurde vom Ratsmitglied Ludwig Brütting (FW/BB) auch beim Namen genannt: Die Straße wird nämlich in den Wintermonaten geschlossen, um sich den winterlichen Räumdienst zu sparen.

Es fehlen mehr als drei Stellen


"Die Entscheidung ist unverständlich, da die Straße direkt zu einer Bundesstraße führt. Im Landratsamt hat man aber wohl aus der saisonalen Schließung fälschlicherweise geschlossen, dass die Straße nicht wichtig sei." Brütting regte an, die Schließung noch einmal zu überdenken, was Bürgermeister Franz Josef Kraus (CSU) auch zusagte. Mit der finanziellen Lage der Stadt hatte auch die Anwesenheit von Baureferatsleiter Herbert Herlitz und eines Teils seiner Mitarbeiter in der Sitzung zu tun. Es ging um einen Pflegeplan und die Grünflächenpflege, notwendige Maßnahmen, für die der Stadt die Arbeitskräfte fehlen. Herlitz hatte bei einem Schnitt von acht Prozent Krankheitstagen im Bauhof errechnet, dass der Stadt ein Personalbedarf von mindestens 3,5 Stellen.
Um nicht ständig mit "Springern" aus anderen Bereichen arbeiten zu müssen, standen im Ausschuss drei mögliche Alternativen zur Debatte. Die eine wäre, angesichts fehlender Haushaltsmittel die Pflege der Grünflächen so weit einzuschränken, dass die Arbeiten mit den vorhandenen drei Arbeitskräften bewältigt werden können: Dies wurde indes als unrealistisch verfahren. "Uns liegt an einer sauberen Stadt", so Bürgermeister Kraus.
Die nächste Möglichkeit wäre, durch Umgliederung im Bauhof in der Zeit zwischen März und Oktober einen weiteren Mitarbeiter für die Grünpflege verfügbar zu machen.

Die dritte Variante wäre schließlich, die Personaldifferenz für den gleichen Zeitraum durch Einstellung eines Saisonarbeiters auszugleichen. Man entschied sich schließlich für eine Kombination aus der zweiten und dritten Alternative, verbunden mit einem weiteren Fahrzeug. Dies soll effektiveres Arbeiten erlauben.