Zum Jahresende schließt das Ehepaar Erhard und Hermine Sponsel aus Moggast aus Altersgründen ihre Tür zur Backstube.
Der Duft nach frischgebackenem Kuchen ist unverkennbar, wenn sich die Eingangstür der Bäckerei Sponsel in Moggast öffnet. Das Aroma kommt allerdings nicht aus der Backstube, sondern aus der angrenzenden Küche der Besitzer. Mehr als 20 Kuchen müssen für den nächsten Tag gebacken werden, dafür steht die ganze Familie in der kleinen Küche und hilft zusammen.
Zum Jahresende werden die "Moggaster Bäckn" allerdings schließen - ein Familienbetrieb in der dritten Generation, denn Bäckermeister Erhard Sponsel und Ehefrau Hermine gehen in den Ruhestand. Eine Nachfolge gibt es nicht. Noch stehen die 69-Jährige und der 72-Jährige jeden Tag um halb zwei selbst in der Backstube, um Moggast und die umliegenden Dörfer mit frischem Gebäck zu versorgen.
Um in Erfahrung zu bringen, in welchem Jahr der Großvater Erhard Sponsels das Geschäft gegründet hat, musste die Familie selbst bei der Handwerkskammer Bayreuth nachrecherchieren. Am Ende waren sie selbst überrascht, dass es bereits 1897 soweit war, erzählt Sohn Christian. 123 Jahre - "eine Schnapszahl", sagt Erhard Sponsel. Er selbst hat die Backstube 1978 übernommen.
Im Wandel der Zeit
Zur Zeit, als Erhard Sponsel seine dreijährige Ausbildung bei der Bäckerei Greif in Forchheim begonnen hat, sah der Arbeitsalltag noch ganz anders aus. "Sonntagabend bin ich hingefahren und Samstagmittag wieder heim", erinnert er sich. Für gerade einmal sieben D-Mark die Woche. Trotzdem habe er es gern gemacht, so der Bäckermeister. Hermine Sponsel ist nach der Hochzeit mit eingestiegen. "Ich wurde gleich mit in die Backstube geworfen", sagt sie.
Zu schaffen bereitet dem Bäckermeister inzwischen aber vor allem auch seine Mehlstauballergie, die er im Laufe der Jahre entwickelt hat. Das Bäckerasthma sei nicht unüblich in diesem Beruf. Deshalb unterstützt den Bäckermeister seit 1985 ein Geselle in der Backstube.
Die drei Kinder sind beruflich zwar anderweitig tätig, helfen heute aber alle nebenbei tatkräftig mit. Den Beruf des Vaters erlernen, um den Betrieb einmal weiterführen zu können, wollte damals keiner von ihnen. Es sei eine Zeit gewesen, in der die Backwarenfächer in großen Supermarktketten begannen, populär zu werden und zunehmend eine Konkurrenz zu den Traditionsbetrieben darstellten. "In letzter Zeit geht die Tendenz aber wieder in Richtung Wertschätzung des Handwerks", meint Christian Sponsel.
Ein Nachfolger kam nicht in Frage
Einen Nachfolger zu suchen, der nicht aus der Familie kommt, kam nicht in Frage. Das ließe schon allein die untrennbare Verbindung zwischen Backstube und Wohnraum nicht zu. "Wer den Schlüssel zur Backstube hat, hat auch den Schlüssel zum Haus", begründet Sohn Christian die bauliche Besonderheit im Haus.
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Vielen Dank für den schönen und ausführlichen Bericht über unsere Bäckerei Sponsel.
Wir möchten uns recht herzlich bei unserem Bäcker Lothar Lachmayer für seine mehr als 35jährige unermüdliche Arbeit in unserem Familienbetrieb bedanken. Lothar, dein Engagement hat wesentlich zu unserem guten Ruf in der Umgebung beigetragen. Ein herzliches Vergelts Gott an Dich!
Familie Sponsel Moggast
P.S. Kleine Korrekturen unserseits wollten wir noch anfügen:
- Erwin ist natürlich Erhard
- Übergabe des Betriebes an Erhard Sponsel fand 1978 statt
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