Auch in Effeltrich muss man sich mit der Vorgabe der bayerischen Staatsregierung auseinandersetzen, dass bis 2025 gigabitfähige Breitbandnetze flächendeckend vorhanden sein sollen. Konkret geht es darum, dass die bisher zur Datenübertragung verwendeten Kupferleitungen durch leistungsfähigere, schnellere Glasfaserleitungen ersetzt werden. In den letzten Jahren haben sich die Kommunikationsmöglichkeiten und auch die Gewohnheiten der Nutzer verändert, und wegen der Corona-Pandemie ist der Bedarf an Heimbüro-Möglichkeiten, digitalem Unterricht und Konferenzen per Video-Schaltung enorm gestiegen.

In Deutschland bietet die Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser (DG) den sogenannten eigenwirtschaftlichen FTTH-Ausbau (fibre to the home) an. Isabelle Scherer und Siegmund Ehrmann von der DG erläuterten, was das für die Gemeinde bedeuten würde: Die Firma würde die Verlegung der Glasfaserkabel in jede Straße und dort bis ins Haus oder in die Wohnung übernehmen. Weder für die Gemeinde noch für die Kunden würden Baukosten anfallen. Die Bauarbeiten würden schnell und für die Vorgärten schonend durchgeführt. Die angebotenen Bandbreiten werden garantiert. Die Verwaltung der Gemeinde hätte keine Arbeit mit dem Projekt; sie müsste lediglich ein Grundstück für den Verteiler zur Verfügung stellen und der DG eine dreimonatige Nachfragezeit einräumen, während der im Ort für das Projekt geworben werden kann, etwa durch Plakate, Faltblätter oder ein Info-Mobil. Die DG wird das Projekt nur umsetzen, wenn circa 40 Prozent der Einwohner sich beteiligen.

Die Tarife

Der Tarif für alle Geschwindigkeiten der Datenübertragung zwischen 300 und 1000 Megabit beträgt im ersten Jahr monatlich 25 Euro. Danach liegen die Tarife je nach Geschwindigkeit zwischen 45 und 90 Euro pro Monat. Sollte sich jemand nachträglich für die Glasfaserlösung entscheiden, müsste er für den Hausanschluss etwa 700 Euro selbst zahlen.

Problematisch ist, dass nach bisheriger Sachlage der Ortsteil Gaiganz nicht mit ausgebaut werden kann, da das dort bestehende Netz von Kunreuth aus bedient wird. Christine Berthold (CSU/ÜWG) bat die Vertreter des Unternehmens ausdrücklich darum, herauszufinden, ob Gaiganz einbezogen werden könnte, wenn Kunreuth auch zu Glasfaser übergehe.

Andreas Hofmann von der Verwaltung informierte über andere Möglichkeiten des Breitbandausbaus und deren Fördermaßnahmen. Er empfahl das sogenannte Wirtschaftlichkeitslückenmodell, bei dem es für Gemeinden im ländlichen Raum eine Förderung von bis zu 90 Prozent gibt. Allerdings würde sich der geschätzte Kostenanteil für den Ausbau von Effeltrich und Gaiganz, den die Gemeinde selbst tragen müsse, auf circa 646.000 Euro belaufen. Um die Rechnung des Netzbetreibers zahlen zu können, müsste die Gemeinde für die Zwischenfinanzierung einen Kredit aufnehmen, denn die Auszahlung der Fördermittel brauche Zeit, erklärte Hofmann. Eine solche Kreditaufnahme könne Auflagen des Landratsamts zur Folge haben wie etwa die Streichung freiwilliger Leistungen für die Vereine oder eine Erhöhung der Steuersätze. Der Gemeinderat beschloss deshalb einstimmig, den FTTH-Ausbau in Effeltrich mit der DG voranzutreiben; in Gaiganz dagegen will man es mit einer Fördermaßnahme tun.

Weiterer Krippenraum

Dieter Nitsche vom Architekturbüro "Format 4" (Bamberg) berichtete über den Stand der Erweiterungs- und Umbaupläne bezüglich des Kindergartens in der Rosenstraße. Links vom Haupteingang wird ein zweiter Krippengrupperaum mit Ruhe- und Sanitärbereich entstehen. Der Innenhof soll überdacht werden, damit er in Zukunft als Ess- und Spielraum genutzt werden kann. Da für das Projekt Fördermittel aus dem FAG-Topf (kommunaler Finanzausgleich) zugesagt sind, wird es die Gemeinde etwa 250.000 Euro kosten. In der letzten Woche ist der Bauzaun aufgestellt worden und der Spatenstich ist erfolgt: Der Umbau hat begonnen. Bis Weihnachten soll der Rohbau stehen, und im Sommer 2021 soll alles abgeschlossen sein. Zur Überdachung des Innenhofes erläuterte Dieter Nitsche, dass ein Pultdach vorgesehen ist; Sonnenschutz und Lüftung beziehungsweise Kühlung sind eingeplant, auch wird alles für eine Photovoltaikanlage vorbereitet. Vom Einbau von Luftfilteranlagen riet Nitsche aus Kostengründen ab: Die Geräte seien sehr teuer und noch nicht ausgereift.

Sanierung statt Neubau

Als eine der sieben Gemeinden (Baiersdorf, Bubenreuth, Effeltrich, Langensendelbach, Marloffstein, Möhrendorf und Poxdorf), die dem Schulverband angehören und seit Sommer 2018 auch die Eigentümergemeinschaft bilden, wird Bürgermeister Peter Lepper (FW) in der Schulverbandssitzung am 3. Dezember mit darüber abstimmen, ob das mehr als 30 Jahre alte Mittelschulgebäude saniert oder komplett neu gebaut werden soll. Ein Vorteil der Sanierung wäre, dass die bisherige Größe der Klassenräume beibehalten werden kann und auch förderwürdig ist. Für einen Neubau sind geringere Raumgrößen vorgeschrieben; entsprechend fällt auch die Fördersumme geringer aus. Da zurzeit 25 Effeltricher Schüler die Mittelschule in Baiersdorf besuchen, müsste die Gemeinde für einen Teil der Kosten aufkommen. Wie viel das etwa sein wird, war nicht klar. Der Gemeinderat sprach sich bei zwei Gegenstimmen dafür aus, zu sanieren, mit der Auflage, die Sanierung durch einen längerfristigen Kredit abzusichern, den der Schulverband als Gesamtgremium aufnehmen solle.